gms | German Medical Science

127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Der Bypass zu pedalen Seitenästen – die Grenze der distalen Bypasschirurgie?

Meeting Abstract

  • Friedrich Duenschede - Uniklinik Mainz, Herz-Thorax und Gefäßchirurgie, Mainz, Deutschland
  • Christine Espinola-Klein - Uniklinik Mainz, II. Medizinische Klinik, Mainz, Deutschland
  • Marco Dömland - Uniklinik Mainz, Herz-Thorax und Gefäßchirurgie, Mainz, Deutschland
  • Bernhard Dorweiler - Uniklinik Mainz, Herz-Thorax und Gefäßchirurgie, Mainz, Deutschland
  • Savas Savvidis - Uniklinik Mainz, II. Medizinische Klinik, Mainz, Deutschland
  • Christian-Friedrich Vahl - Uniklinik Mainz, Herz-Thorax und Gefäßchirurgie, Mainz, Deutschland
  • Achim Neufang - Uniklinik Mainz, Herz-Thorax und Gefäßchirurgie, Mainz, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch456

DOI: 10.3205/10dgch456, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch4569

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Duenschede et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Beim ischämischen diabetischen Fußsyndrom liefert der pedale Bypass zur A. dorsalis pedis oder zur distalen A. tibialis posterior gute Langzeitergebnisse in Hinsicht auf Funktion und Fußerhalt. Im Einzelfall ist aber aufgrund des angiographischen Befundes ein Bypassanschluss auf pedale Seitenäste erforderlich.

Material und Methoden: In einer prospektiven Datenbank untersuchten wir alle Patienten, die bei schwerer Extremitätenischämie eine Bypassanlage zu einem pedalen Seitenast erhielten. Die A. plantaris medialis und lateralis und die A. tarsalis lateralis dienten als Anschlussgefäße, falls die A. tibialis posterior oder A. dorsalis pedis sich als nicht anschlussfähig zeigten. Sequentielle Rekonstruktionen dienten der Verbesserung des peripheren Abstroms. Wesentliche Zielparameter waren die Bypassoffenheits- und die Beinerhaltungsrate.

Ergebnisse: Von 01/96 bis 07/09 führten wir von insgesamt 534 pedalen Bypassanlagen 95 Bypässe zu pedalen Seitenäste bei 91 Patienten durch. In 7 Fällen diente die A. tarsalis lateralis als Anschlussgefäß, in 45 Fällen die laterale und in 43 Fällen die mediale Plantararterie. In 45 Fällen handelte es sich um sequentielle Rekonstruktionen mit der distalsten Anastomose an einem pedalen Seitenast. Als Bypassmaterial diente V. saphena magna, V. saphena parva oder Armvenen. 11-mal wurde die Composite-Technik mit biologischen Implantaten angewandt.

Die Letalität betrug 3,1%. In 12% der Fäll traten systemische vaskuläre Komplikationen auf. 19% der patienetn erlitten eine Wundheilungsstörung. Es ereigneten sich 10 revisionsbedürftige Verschlüsse, die bei 9 Patienten erfolgreich therapiert wurden. Das amputationsfreie Überleben nach 60 Monaten lag bei 46%. Unter bevorzugter oraler Langzeitantikoagulation fand sich nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 34 Monaten (1–156 Monate) eine sekundäre 5-Jahres Bypassoffenheitsrate von 60% mit einer Beinerhaltungsrate von 82%.

Schlussfolgerung: Der Bypass zu pedalen Seitenästen ist eine sinnvolle Methode zum Extremitätenerhalt bei kritischer Ischämie falls kaliberstärkere Arterien nicht mehr zur Verfügung stehen.