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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Morbus Hirschsprung und Calcium- sensing- receptor – eine Mutationsanalyse

Meeting Abstract

  • Philipp Romero - Universitätsklinik Heidelberg, Kinderchirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • B. Niesler - Institut für Humangenetik der Universität Heidelberg, Abteilung für Molekulare Humangenetik, Heidelberg, Deutschland
  • H. Schmitz- Winnenthal - Universitätsklinik Heidelberg, Chirurgie, Heidelberg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch410

DOI: 10.3205/10dgch410, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch4100

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Romero et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Calcium- sensing- receptor (CaSR) ist ein Calcium sensibler Rezeptor der 1993 von Brown und Hebert entdeckt wurde. Neben der weitreichend bekannten Funktion des CaSR in der Regulation der Ca2 /Mg2 - Homöostase vermutet man durch den Nachweis des CaSR im enterischen Nervensystem einen Einfluss des Rezeptors auf die glatte Muskulatur der Darmwand und damit auf die intestinale Motilität. Bekannt sind Mutationen im CaSR- Gen (CASR) die mit einer Dysfunktion des Rezeptors einhergehen. Ein dysfunktioneller CaSR könnte zu einer intestinalen Motilitätsstörung führen. Hieraus wurde die Fragestellung nach einem Zusammenhang zwischen dem CaSR und der Pathogenese des M. Hirschsprung (HD) entwickelt. Sind Mutationen im CASR bei Kindern mit der Diagnose M. Hirschsprung nachzuweisen?

Material und Methoden: Nach peripherer Blutentnahme von bisher 10 Kindern mit der Diagnose M. Hirschsprung wurde aus den EDTA stabilisierten Blutproben die DNA unter Anwendung des Wizard® genomic DNA Purification Kit (Promega, Madison, USA) isoliert. Die Mutationsanalyse der codierenden Sequenz des CASR erfolgte nach Durchführung einer PCR (polymerase chain reaction) durch direkte Sequenzierung im MegaBACE sequencer (Amersham Bioscience, Piscataway, USA) unter Anwendung des DYEnamic™ ET terminator Cycle Sequencing Kit.

Ergebnisse: Wir identifizierten im Bezug auf die „Single Nucleotide Polymorphism” Datenbank (dbSNP, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/projects/SNP/) zwei Polymorphismen (p.A986S and p.G990R) in der codierenden Region des CASR in Exon 7 und ein Polymorphismus in der fünften Intronregion (IVS 5_88 T>C).

Schlussfolgerung: Bei 7 von 10 untersuchten Patienten traten Genotyp-Varianten der identifizierten Polymorphismen auf, die in der Literatur als „funktionell” beschrieben werden. Eine funktionelle Relevanz im Bezug auf die Pathogenese von HD ist nicht auszuschließen, der Nachweis bedarf allerdings einer höheren Fallzahl. Bis April 2010 ist eine abgeschlossene Mutationsanlayse von ca. 20 Patienten zu erwarten.