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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Langzeitergebnisse bei neuroendokrinen Tumoren des Pankreas (PNET)

Meeting Abstract

  • Christine Wurst - Universitätsklinikum Jena, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Jena, Deutschland
  • Thomas Knösel - Institut für Pathologie, Jena, Deutschland
  • Michael Heise - Universitätsklinikum Jena, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Jena, Deutschland
  • Eckart Nowottny - Universität Jena, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Jena, Deutschland
  • Utz Settmacher - Universitätsklinikum Jena, Klinik für Allgemein-, Viszeral-u. Gefäßchirurgie, Jena, Deutschland
  • Annelore Altendorf-Hofmann - Universitätsklinikum Jena, Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Jena, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch388

DOI: 10.3205/10dgch388, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3885

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Wurst et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: PNETs unterscheiden sich in ihrer Prognose deutlich von exokrinen Pankreaskarzinomen. Die Patienten leben wesentlich länger.

Material und Methoden: Eingeschlossen wurden 55 Patienten, die von 1995–2007 wegen PNET behandelt wurden. Alle Patienten wurden bis zu ihrem Tod oder bis Mitte 2008 (median 84 Monate) bzgl. Life-status und Tumorstatus nach beobachtet.

Ergebnisse: Von den 55 Patienten waren 44% Männer und 56% Frauen (medianes Alter 57). Nur 20 Patienten zeigten spezifische Symptome. 8 Patienten waren asymptomatisch, die Anderen hatten unspezifische Symptome. 24 Patienten (43%) hatten Fernmetastasen, 48% Lymphknotenmetastasen. 38 mal (70%) wurde der Primärtumor reseziert, 27 mal (71%) R0. 2 Patienten erhielten eine GE, einer wurde probelaparotomiert, 13 Patienten erhielten keine operative Therapie. 4 der resezierten Patienten entwickelten postoperative Komplikationen (2x Pankreasfistel, 1x subkutane Nachblutung, 1x Ateminsuffizienz mit mehrtägiger Beatmungspflicht). 4/27 der R0-resezierten entwickelten ein Tumorrezidiv, überwiegend als diffuse hepatogene Metastasierung. Die WHO-Klassifikation trennte die Überlebensraten (10-JÜR für „high differentiated tumor“ (n=14) 100%, für „high differentiated carcinoma“ (n=23) 53%, für „low differentiated carcinoma“ (n=11) 0%; paarweise statistisch signifikanter Unterschied), ebenso die M- und N-Kategorie (jeweils p<0,001). Nur die R0-Resektion beeinflusste das Überleben (10-JÜR: 88%), Nicht und unradikal Resezierte zeigten fast identische Überlebensraten (10-JÜR: 18% bzw. 14%).

Schlussfolgerung: PNETs werden spät diagnostiziert. Die Patienten erreichen in der Hälfte der Fälle den Chirurgen erst dann, wenn eine kurativ intendierte Behandlung wegen disseminierter Metastasen unmöglich ist. Nach kurativer Resektion ist Chance des Patienten auf dauerhafte Heilung exzellent, in allen anderen Fällen ist die langfristige Überlebenschance schlecht.