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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Aneurysmata der thorakalen Aorta als Spätkomplikation nach operativer Versorgung einer Aortenisthmusstenose in der Kindheit

Meeting Abstract

  • Adnan Kukic - J.W. Goethe-Universitätsklinikum, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt am Main, Deutschland
  • Peter Knez - J.W. Goethe-Universitätsklinikum, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt am Main, Deutschland
  • Michael Meyn - J.W. Goethe-Universitätsklinikum, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt am Main, Deutschland
  • Thomas Schmitz-Rixen - J.W. Goethe-Universitätsklinikum, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt am Main, Deutschland
  • Thomas Schmandra - J.W. Goethe-Universitätsklinikum, Klinik für Gefäß- und Endovascularchirurgie, Frankfurt am Main, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch383

DOI: 10.3205/10dgch383, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3833

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Kukic et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Patienten mit operierter Aortenisthmusstenose im Kindesalter zeigen im Verlauf gehäuft Rest- oder Restenosen und in 10–20% der Fälle aortale Aneurysmenbildung, meist im Bereich der ursprünglichen Läsion. Es erfolgt bevorzugt die endovaskuläre Versorgung, wobei die A.subclavia li. meist überstentet werden muß.

Material und Methoden: Eine 43j. Frau mit operativer Versorgung einer Aortenisthmusstenose als 2j. wird mit akuten thorakalen Schmerzen und Dyspnoe vorgestellt. Die CT zeigt ein gedeckt rupturiertes thorakales Aortenaneurysma mit Hämatothorax links. Ein weiterer Patient (47J), Z.n. Aortenisthmusoperation vor 30J, zeigt bei elektiver Abklärung thorakaler Schmerzen ein Aneurysma der Aorta descendens loco typico. In beiden Fällen findet sich ein schlecht eingestellter arterieller Hypertonus.

Ergebnisse: Es erfolgt jeweils die endovaskuläre Versorgung mit Überstentung des li. A.subclavia-Abgangs. Die Frau zeigt initial und im Verlauf kein Endoleak und keine arterielle Armischämie bei capillary refill über die A.vertebralis ohne neurologische Symptome.

Der Mann entwickelt neben einem Endoleak über die li. A.subclavia eine klassische Armclaudicatio. Hier wird die proximale A.subclavia abgesetzt und ein alloplastischer Carotis-Subclavia-Bypass angelegt, da eine Transposition nicht möglich ist. Beide Patienten können nach Anpassung der antihypertensiven Medikation mit regelrechter Perfusion des li. Armes und ohne Endoleak-Nachweis am 10. bzw. 11. postop. Tag entlassen werden und sind im Verlauf unauffällig.

Schlussfolgerung: Bei operativ versorgter Aortenisthmusstenose scheint das voroperierte Areal einen Locus minoris resistentiae darzustellen. Die Aneurysmaausbildung scheint durch den schlecht eingestellten arteriellen Hypertonus begünstigt. Die endovaskuläre Versorgung ist primär anzustreben. Dies gilt insbesondere für symptomatische Patienten mit hoher Rupturgefährdung. Bei Überstentung der li. A.subclavia muss neben der Ausbildung eines Endoleak vor allem auf das Auftreten einer Armischämie sowie eines Subclavian steal-Syndroms geachtet werden. Eine Subclavia-Transposition oder ein carotido-subclavialer Bypass muß im versorgenden Zentrum jederzeit durchführbar sein.