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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Multi-drug-donor Preconditioning – Ein neues Verfahren zur Protektion marginaler Leberorgane vor Ischämie/Reperfusionsschäden

Meeting Abstract

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  • Mohammed Reza Moussavian - Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg, Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Homburg/Saar, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch344

DOI: 10.3205/10dgch344, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3441

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Moussavian.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Präkonditionierung am hirntoten Spender hat den Vorteil einer hohen Bioverfügbarkeit pharmakologischer Substanzen in das Lebergewebe. In einem isolierten Leber-Perfusions-Modell an der Ratte versuchten wir die Auswirkungen einer Vorbehandlung bei steatotisch induzierten Leberorganen im Vergleich zu gesunden Lebern zu zeigen.

Material und Methoden: SD-Ratten wurden in zu jeweils n=8 in 3 Gruppen bestehend aus einer Shamgruppe (gesunde Lebern) und 2 Fettlebergruppen (FL-Kontrolle/FL-MDDP). Die Shamgruppe und die FL-Kontrolle erhielten vor der Organexplantationsphase isovolumetrische Mengen an NaCl, während die zweite FL-Gruppe nach dem multi-drug-donor preconditioning (MDDP; Glycin, Pentoxyphyllin, Desferoxamin, Simvastatin N- Acetylcystein, Melatonin und Erythropoetin) vorbehandelt wurde. Die Reperfusion erfolgte 60min lang mit einer Krebs-Henseleit-Bikarbonat Lösung.

Ergebnisse: Die zelluläre und mitochondriale Integrität waren in der FL-Kontrolle während der gesamten Reperfusionsphase signifikant geringer im Vergleich zur Shamgruppe (p<0,05). Unter dem Zusatz von MDDP konnten der zelluläre und mitochondriale Schaden signifikant verringert werden (p<0,05). Auch waren die Leberenzyme gegen Ende der warmen Reperfusion signifikant in der FL-Kontrolle im Vergleich zur Shamgruppe erhöht (p<0,05), während die FL-MDDP die Freisetzung von Leberenzymen signifikant senken konnte (p<0,05). Die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine (TNF alfa, IL 6) waren im Effluat der FL- Kontrolle signifikant im Vergleich zur Shamgruppe erhöht. Auch in diesem Fall konnte eine Präkonditionierung mit MDDP die Ausschüttung von Entzündungsmediatoren signifikant verringern (p<0,05).

Schlussfolgerung: Steatotisch veränderte Rattenlebern zeigen nach einer 24stündigen kalten Konservierungszeit relevant höhere zelluläre und mitochondriale Schäden mit einer signifikant erhöhten inflammatorischen Reaktion. Durch eine Päkonditionierung der Fettlebern nach dem MDDP-Schema konnte die Organqualität verbessert werden. Das MDDP ist ein zur chirurgischen Organexplantation zeitnahes Verfahren, welches effektiv zur Verbesserung marginaler Fettlebern eingesetzt werden könnte.