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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Inzidenz der Anastomoseninsuffizienz nach laparoskopischer Rektosigmoidresektion

Meeting Abstract

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  • René Fahrner - Inselspital Bern, Klinik für Viszerale Chirurgie und Medizin, Bern, Schweiz
  • Franziska Grafen - Spital Limmattal, Klinik für Chirurgie, Schlieren, Schweiz
  • Othmar Schöb - Spital Limmattal, Klinik für Chirurgie, Schlieren, Schweiz

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch324

DOI: 10.3205/10dgch324, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch3245

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Fahrner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Anastomoseninsuffizienz nach kolorektalen Eingriffen zählt aufgrund der hohen Morbidität und Mortalität zu einer gefürchteten Komplikation. Sie verschlechtert die Prognose des Patienten und verlängert den Heilungsprozess. Ziel war es die Inzidenz der Insuffizienzen in unserem Patientenkollektiv zu erfassen und Risikofaktoren zu ermitteln.

Material und Methoden: Zwischen 2006 und 2008 wurde in einem Krankenhaus der Regelversorgung die Daten der laparoskopisch durchgeführten Rektosigmoidresektionen retrospektiv untersucht. Dabei wurde neben der Inzidenz der Anastomoseninsuffizienz der Effekt des Alters, des Geschlechts, der ASA-Klassifikation und der zugrundeliegenden Erkrankung untersucht. Weiter wurde die Notwendigkeit einer Reintervention, intensivmedizinischen Behandlung, Dauer des stationären Aufenthaltes und der 30-Tage-Mortalität erfasst.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 134 Patienten mit einer laparoskopischen Rektosigmoidresektion mit Stapler-Anastomose untersucht. Das Durchschnittsalter lag bei 66.7 ± 11.5 Jahren, 37% davon waren männlich. Bei 12% der Patienten lag ein Karzinom zu Grunde, die anderen Patienten wurden aufgrund rezidivierender Divertikulitiden behandelt. Die Rate der Anastomoseninsuffizienzen lag bei 6% (n=8), davon waren 62.5% aufgrund eines Karzinoms therapiert. Ein Patient mit Insuffizienz wurde konservativ behandelt, vier Patienten wurden mittels protektivem Stoma und drei Patienten mit einer Anastomosen-Neuanlage therapiert. Es bestanden keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Patienten mit oder ohne Insuffizienz hinsichtlich Alter, Geschlecht und ASA-Klassifikation. Patienten mit Anastomoseninsuffizienz wiesen einen signifikant längeren Aufenthalt auf der Intensivstation (0.4 ± 1.7 vs. 5.5 ± 4.2 Tage) und der Klinik (9.3 ± 4.9 vs. 42.4 ± 25.7 Tage) auf. Die 30-Tages-Mortalitätsrate lag bei 1.5%.

Schlussfolgerung: Unsere Rate an Anastomoseninsuffizienzen war vergleichbar mit publizierten Ergebnissen. Patienten mit maligner Grunderkrankung weisen ein höheres Risiko für eine Insuffizienz auf. Andere prädiktive Faktoren konnten anhand unseres Patientenkollektivs nicht ermittelt werden.