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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Etablierung und Charakterisierung neuer Xenograftmodelle humaner Pankreaskarzinome

Meeting Abstract

  • Simon Küsters - Universitätsklinik , Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • Thomas Beckers - Oncotest GmbH, Institut für experimentelle Onkologie, Freiburg, Deutschland
  • Claudia Otto - Universitätsklinik, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • Heinz-Herbert Fiebig - Universitätsklinik, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • Ulrich Theodor Hopt - Universitätsklinik, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • Michael Hofmann - Oncotest GmbH, Institut für experimentelle Onkologie, Freiburg, Deutschland
  • Tobias Keck - Universitätsklinik, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch276

DOI: 10.3205/10dgch276, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2769

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Küsters et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Fast alle Patienten erhalten nach Resektion eines Pankreaskarzinoms eine adjuvante Chemotherapie mit Gemcitabine. Trotzdem unterscheiden sich die Überlebenszeiten der Patienten, auch weil die Karzinome verschiedene Chemoresistenz zeigen. Um diese zu testen, stehen bisher vor allem Zelllinien zur Verfügung. Ziel dieser Studie ist die Entwicklung neuer, direkt von Patiententumoren abgeleiteter Xenograftmodelle.

Material und Methoden: Gewebe von resezierten Pankreaskarzinomen wurde NMRI-Mäusen subcutan implantiert und Xenograftmodelle etabliert. Diese wurden in vivo auf Gemcitabine, 5-FU und Erlotinib im Koloniebildungsassay (TCA) auch auf Taxol, Cisplatin, Rapamycin, Sorafenib und Sunitinib getestet. RNA-Expressionsprofile wurden erstellt (Affymetrix) und Mutationsanalysen (K-Ras, p53) durchgeführt.

Ergebnisse: Es wurden 14 stabil wachsende und kryokonservierbare Tumormodelle etabliert, die histologisch typische Charakteristika aufweisen. In den in vivo Tests zeigten die Karzinome ein chemoresistentes Verhalten, nur zwei Tumore waren Gemcitabine sensibel mit T/C (tumor versus control) Werten von 8% und 3,8%. Der beste T/C Wert für Erlotinib betrug 38% ohne Korrelation zur Expression des EGFR. Die T/C Werte für 5-FU lagen zwischen 74,5% und 28,1%, ohne Korrelation zur Expression von Thymidylat Synthase. Im TCA sprachen 2 Karzinome auf Rapamycin an, eines auf Sorafenib. In allen Tumoren fand sich eine K-Ras Mutation, in 9 Tumoren eine Mutation von p53.

Schlussfolgerung: Die Xenografts zeigen stabiles Wachstum und eine typische Histologie. Sie stehen in der Passage auf Nacktmäusen für weitere Untersuchungen zur Verfügung. Durch die Möglichkeit der Kryokonservierung werden hohe Passagen vermieden, die Tumoren behalten ihre ursprünglichen Characteristika. Im Gegensatz zu Zelllinien-abgeleiteten Modellen sind diese von hoher klinischer Relevanz und können für die Identifikation neuer Tumorherapeutika sowie prädiktiver Marker eingesetzt werden.