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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Generierung hochreiner Fusionszellen aus Tumor- und Antigen-präsentierenden Zellen

Meeting Abstract

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  • Ulrike Klier - Universitätsklinikum Rostock, Abteilung für Allgemeine Chirurgie, Rostock, Deutschland
  • Ernst Klar - Universitätsklinikum Rostock, Klinik für Allgemeine Chirurgie, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland
  • Michael Linnebacher - Universitätsklinikum Rostock, Abteilung für Allgemeine, Thorax-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Rostock, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch243

DOI: 10.3205/10dgch243, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2433

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Klier et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Ziel antitumoraler Immuntherapie ist die Induktion einer potenten zytotoxischen T-Zell-Antwort. Ein interessanter Ansatz ist die Fusion von Tumor- mit Antigen-präsentierenden Zellen (APC). Fusionszellen vereinen die immunstimulatorische Kapazität der APCs mit dem Antigenspektrum der Tumorzellen. Je höher der Anteil an Fusionszellen, desto stärker das immunstimulatorische Potential. Ziel dieser Studie war es, hochreine Fusionszellen zu gewinnen.

Material und Methoden: Fusionspartner waren eine sporadisch-Mikrosatelliten-instabile (wt APC, wt K-Ras, mut B-Raf, MLH-1-Verlust) kolorektale Tumorzelllinie und autologe B-Zellen (EBV-immortalisierte periphere Lymphozyten; B-LCLs). Tumorzellen und B-LCLs wurden angefärbt um alle Fusionsschritte zu überwachen (FACSCalibur).

Ergebnisse: Zunächst wurden die Polyethylen-Glykol (PEG)-Fusion, das Handling und die Auswertung optimiert. Die optimierte Vorgehensweise lieferte Fusionseffizienzen von 19,8% (n=16, 8,9–33,3%). Zur Aufreinigung wurden zunächst die B-LCLs (Antikörper gegen MHC-I anti-Maus-IgG Magnetbeads (Miltenyi) und die Tumorzellen (CFSE) markiert. Anschließend erfolgte die Fusion. Unfusionierte Tumorzellen konnten durch Magnetsäulen sehr effizient abgetrennt werden (über 90%). Da Fusionszellen an Plastik adhärieren, erlaubte ein anschließender Adhärenzschritt und Spülen die Entfernung der unfusionierten B-LCLs. Hiermit wurden Reinheiten von 83,9% (n=8, 69,7–95,4%) erreicht.

Schlussfolgerung: Unter Verwendung einer Kombination von magnetischer Separation und selektiver Adhäsion konnte die Reinheit von Fusionszellen hochsignifikant von 19,8% auf 83,9% mehr als vervierfacht werden (p<0,001). In funktionellen T-Zell-Analysen zeigten diese Fusionszellen immunstimulatorische Kapazität. Diese – von der Else Kröner Fresenius Stiftung maßgeblich unterstützte – Arbeit legt den Grundstein für weitergehende präklinische Testungen von Fusionsvakzinen.