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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Hohe HER2-Gen-Kopienzahlen bei einzelnen disseminierten Tumorzellen sind beim Ösophaguskarzinom mit einem schlechten Überleben korreliert

Meeting Abstract

  • Nikolas Hendrik Stoecklein - Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Matthias Meaneck - Universitätsklinikum Regensburg, Abteilung für Onkogenomik, Institut für Pathologie, Regensburg, Deutschland
  • Manfred Meyer - Universitätsklinikum Regensburg, Abteilung für Onkogenomik, Institut für Pathologie, Regensburg, Deutschland
  • Sarah Schumacher - Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Gero Brockhoff - Universitätsklinikum Regensburg, Institut für Pathologie, Regensburg, Deutschland
  • Daniel Will - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Wolfram Trudo Knoefel - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Christoph A. Klein - Universitätsklinikum Regensburg, Abteilung für Onkogenomik, Institut für Pathologie, Regensburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch238

DOI: 10.3205/10dgch238, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2388

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Stoecklein et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das HER2-Onkogen wurde in Vorarbeiten als mögliche molekulare Zielstruktur für adjuvante Therapien von Ösophaguskarzinomen identifiziert. Wir beschreiben hier die Entwicklung eines quantitativen genomischen Assays zur Messung von HER2-Genkopien-Zahlen bei einzelnen disseminierten Tumorzellen (DTC), den eigentlichen Zielzellen adjuvanter Therapien.

Material und Methoden: Zunächst erfolgt die gesamt-genomische Amplifikation einzelner Zellen nach dem SCOMP Protokoll. An den Amplifikaten werden anschließend quantitative Real-Time PCRs (qPCR) für Primerpaare im HER2-Genbereich und als Kontrolle in anderen genomischen Regionen durchgeführt. Angewendet wurde der Test an Amplifikaten von DTCs, die bei einem Kollektiv von 142 operablen Ösophaguskarzinompatienten mit klinischen Nachbeobachtungsdaten gefunden wurden.

Ergebnisse: Die HER2 qPCR-Daten der Einzelzellamplifikate verschiedener Brustkrebs-Zelllinien mit fehlender bzw. unterschiedlich starker HER2 Amplifikation korrelierten signifikant mit den HER2-FISH Daten der Zelllinien (Korrelationskoeffizient: 0,96). Während der berechnete HER2 FISH-Score der qPCRs von Einzelzellamplifikaten gesunder Monozyten einen Grenzwert nicht überschritt, fanden sich bei den ösophagealen DTC Grenzwertüberschreitungen, die wir als Amplifikationen werteten. Einige dieser Amplifikationen wiesen höhere HER2-Genkopiezahlen als die getesteten Modellzelllinien auf. Bei der Anwendung des Assays an den Amplifkaten der Ösophagus-DTC zeigte sich ein starker prognostischer Einfluss der HER2-Amplifkationen bei den DTC (p=0,008).

Schlussfolgerung: HER2-Amplifikationen scheinen für die systemische Progression von Ösophaguskarzinomen relevant zu sein und sollte daher eine geeignete Zielstruktur für die adjuvante Therapie darstellen. Unsere Einzelzell-qPCR bildet eine gute Grundlage für einen klinischen Test, um gegen HER2 gerichtete Therapien direkt an den Zielzellen der Therapie, den DTCs, ausrichten zu können.