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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Prädiktive Biomarker für chemotherapeutische und molekulare Therapiestrategien beim primären kolorektalen Karzinom und resektablen Lebermetastasen

Meeting Abstract

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  • Thomas Singer - LMU München, Chirurgische Klinik-Großhadern, Klinische Forschung Chirurgie, H02-312, München, Deutschland
  • Andreas Bogner - LMU München, Chirurgische Klinik-Großhadern, Klinische Forschung Chirurgie, H02-312, München, Deutschland
  • Karl-Walter Jauch - Universitätsklinikum der LMU München-Großhadern, Chirurgische Klinik und Poliklinik München Großhadern, München, Deutschland
  • Barbara Mayer - LMU München, Chirurgische Klinik-Großhadern, Klinische Forschung Chirurgie, H02-312, München, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch228

DOI: 10.3205/10dgch228, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch2284

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Singer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Gegenwärtig bestehen beim kolorektalen Karzinom zahlreiche Therapieoptionen. Dennoch werden die Patienten aktuell nicht routinemäßig für die wahrscheinlich wirksamste Therapie stratifiziert. Dies gilt insbesondere für die Standardchemotherapie. Deshalb untersucht die vorliegende Studie das Expressionsprofil verschiedener prädiktiver Biomarker für zugelassene Therapeutika vergleichend beim primären kolorektalen Karzinom und resektablen Lebermetastasen.

Material und Methoden: Bislang wurden 43 primäre kolorektale Karzinome und 35 Lebermetastasen immunhistologisch mittels der Avidin-Biotin-Complex Peroxidase-Methode untersucht. Als Indikatoren für eine Resistenz gegen die 5-FU basierte Chemotherapie wurden die Biomarker Dihydropyrimidin-Dehydrogenase (DPD) und Thymidylat-Synthase (TS) gewählt. Für das Ansprechen auf die Antikörper basierten Therapieansätze wurden die Zielproteine EGFR, VEGF-A und Her2/neu nachgewiesen. Für jeden Biomarker wurde der prozentuale Anteil der positiven Karzinomzellen bestimmt. Die statistische Auswertung erfolgte mit dem Student-t-Test.

Ergebnisse: Beim primären kolorektalen Karzinom waren die Resistenzmarker DPD und TS zu 79% bzw. 58% positiv. EGFR wurde bei 65% der primären Karzinome beobachtet, während VEGF-A nur bei 16% der Primaria nachweisbar war. Her2/neu zeigte bei 21% der Karzinome eine positive Expression. Die Biomarkeranalyse bei den Lebermetastasen ergab folgende Häufigkeitsverteilung: DPD 63%, TS 51% und EGFR 71%. Dagegen waren die Lebermetastasen mit 31% häufiger VEGF-A positiv als die Primärtumore. Her2/neu wurde bei 29% der Lebermetastasen nachgewiesen. Beim Vergleich der Primärtumore mit den Lebermetastasen fiel für DPD ein signifikanter Unterschied im prozentualen Anteil positiver Zellen auf (p=0,041).

Schlussfolgerung: Das Biomarkerprofil des primären kolorektalen Karzinoms und der Lebermetastasen ist für die untersuchten Zielmoleküle ähnlich. Die Herceptin-Therapie könnte nicht nur beim Magenkarzinom, sondern auch beim kolorektalen Karzinom eine vielversprechende Therapieoption darstellen. Das prädiktive Biomarkerprofil wird zukünftig zur Auswahl der geeigneten Therapie für den individuellen Patienten beitragen.