gms | German Medical Science

127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Der radial gestielte Finger-Lappen zur Rekonstruktion von palmaren Hautdefekten bei Dupuytrenscher Kontraktur – Indikation, Technik und Ergebnisse

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Andreas Gohritz - Medizinische Hochschule Hannover, Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Hannover, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch190

DOI: 10.3205/10dgch190, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch1905

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Gohritz.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Zur Deckung von palmaren Hautdefekten über dem Grundglied bei hochgradiger Dupuytrenschen Kontraktur oder Rezidiv werden meist Hauttransplantate oder gestielte Lappen von dorsal oder ulnar empfohlen. Nachteil hier ist der zusätzliche Entnahmedefekt, die oft notwendige Immobilisierung und die ungünstige Narbenbildung, vor allem an der ulnaren Handkante.

Ziel dieser Untersuchung war es, Indikation, Technik und klinische Ergebnisse eines radial gestielten Fingerlappens (RFL) zu evaluieren .

Material und Methoden: Hierzu wurden 33 innerhalb von 6 Jahren an unserer Abteilung operierten RFL mittels Aktenanalyse nach einer Nachuntersuchungszeit von mindestens 6 Monaten kontrolliert und die Patienten zusätzlich zu einer klinischen Nachuntersuchung eingeladen.

Ergebnisse: Zwischen 2001 und 2007 wurden bei 31 Patienten (4 Frauen und 27 Männer ) insgesamt 33 RFL durchgeführt, davon 16 rechts- und 17 linksseitig. Das Durchschnittalter betrug 65,5 (Spanne: 52–78) Jahre. Die Indikation bestand hauptsächlich bei hochgradiger Beugekontraktur, im Grad III (n=14) oder IV nach Iselin (n=5), in 9 Fällen lag ein Rezidiv vor, davon zweimal ein 2. und zweimal ein 5. Rezidiv. Die Lappenplastik wurde 24-mal am Kleinfinger, 7-mal am Ringfinger und 2-mal an beiden Strahlen gleichzeitig angewandt.

Insgesamt heilten 30 der 33 Lappen reizlos ein, zweimal kam es zur Teilnekrose. einmal zum Infekt und Totalverlust, der eine Vollhauttransplantation notwendig machte.

Schlussfolgerung: Der radial gestielte Finger-Lappen ist eine technisch einfache, zuverlässige und komplikationsarme Option zur Defektdeckung am palmaren Grundglied, auch bei extremen Kontrakturen oder Wiederholungseingriffen. Vorteile gegenüber anderen Verfahren sind die Unauffälligkeit und primäre Verschließbarkeit der Hebestelle mit sofort möglicher Nachbeübung, sowie die Vermeidung von berührungsempfindlichen Narben an der ulnaren Auflagefläche der Hand.