gms | German Medical Science

127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Doppelnierentransplantation von marginalen Organen: eine Strategie für das Management bei älteren Patienten

Meeting Abstract

  • Eugen Malamutmann - Universitätsklinikum Essen, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Arzu Oezcelik - Universitätsklinikum Essen, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Jürgen Treckmann - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Fuat Saner - Universitätsklinikum Essen, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
  • Andreas Paul - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch188

DOI: 10.3205/10dgch188, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch1886

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Malamutmann et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Bei stetigem Wachstum der älteren Bevölkerungsgruppe, ist auch die Nachfrage nach Spendernieren bei den Patienten in dieser Altersgruppe erheblich angestiegen. Das Ziel dieser Studie war, die Möglichkeiten der Doppelnierentransplantation der marginalen Organen auf ältere Patienten zu untersuchen.

Material und Methoden: Im Zeitraum von 2003 bis 2009 wurden insgesamt 804 Nierentransplantationen durchgeführt. Alle Patienten, die 60 Jahre alt und älter waren und eine Doppenierentransplantation von marginalen Spenderorganen erhielten, wurden untersucht. Als marginal wurden Spendernieren mit erhöhten Kreatininwerten, langen Ischämiezeiten und hohem Spenderalter definiert.

Ergebnisse: Eine Doppelnierentransplantation wurde bei 19 Patienten (2%) mit einem Durchschnittsalter von 68 Jahren (IQR 64–74) durchgeführt. Alle Spendernieren waren marginale Organe mit einem Durchschnittsalter von 76 Jahren (IQR 51–81). Die durchschnittliche ischämische Zeit war 17 Stunden (IQR 13–22), und die Warmeischämiezeit betrug im Durchschnitt 30 Minuten (IQR 24–50). Beide Nieren von demselben Spender wurden in die rechte und linke Fossa iliaca des Empfängers in Standardtechnik transplantiert. Es traten keine Komplikationen, die mit der Operationstechnik verbunden waren. Abstossung wurde bei einem Patienten (5%) gefunden, der konservativ erfolgreich therapiert werden konnte. Die restlichen 18 Patienten hatten einen komplikationslosen postoperativen Verlauf. Alle Patienten hatten eine verzögerte primär Funktion innerhalb der ersten Wochen nach der Transplantation. Nach einem Jahr hatten alle Patienten eine ausgezeichnete Organ-Funktion mit einem Kreatininwert im Durchschnitt von 1.3 mg/dl (IQR 1.1–1.9).

Schlussfolgerung: Doppelnierentransplantation von marginalen Spendenorganen ist eine sichere Alternative für das Management von älteren Patienten auf der Transplantationsliste.