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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Lebertransplantation bei hepatozelulärem Karzinom: prognostischer Stellenwert der Tumordifferenzierung

Meeting Abstract

  • Georgios Sotiropoulos - Johannes Gutenberg Universitätsklinikum Mainz, Allgemein- und Abdominalchirurgie, Mainz, Deutschland
  • Arnold Radtke - Johannes Gutenberg Universitätsklinikum Mainz, Allgemein- und Abdominalchirurgie, Mainz, Deutschland
  • Maria Hoppe-Lotichius - Universitätsmedizin Johannes Gutenberg-Universität, Abteilung für Transplantationschirurgie, Chirurgie von Leber, Gallenwegen und Pankreas, Mainz, Deutschland
  • Gerd Otto - Universitätsmedizin Johannes Gutenberg-Universität, Abteilung für Transplantationschirurgie, Chirurgie von Leber, Gallenwegen und Pankreas, Mainz, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch187

DOI: 10.3205/10dgch187, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch1877

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Sotiropoulos et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der prognostische Stellenwert eines Tumorgradings (G) für Lebertransplantationen (LT) bei hepatozelulärem Karzinom (HCC) wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Hauptpunkt der Kritik ist 1) die potentielle Änderung des G-Status während der Wartezeit auf eine LT und 2) die Existenz verschiedener Differenzierungsgrade bei multifokalem HCC. Der Fokus unserer Analyse war die prognostische Aussagekraft einer präoperativen G3 Biopsie für das Überleben nach LT bei HCC.

Material und Methoden: Von insgesamt 134 LT's bei HCC konnten Daten von n=80 Patienten mit präoperativer Leberbiopsie aufgearbeitet werden. Die Überlebensanalyse wurde mit der Kaplan-Meier Methode und dem log-rank Test durchgeführt.

Ergebnisse: Es waren 66 Männer und 14 Frauen in einem mittlerem Alter von 60,7±7,48 Jahren. Dreiundfünfzig Patienten waren innerhalb der Mailandkriterien (66%) mit einem mittleren AFP-Blutspiegel vor LT von 80,59±235,06ng/ml. Das preoperative Tumorgrading umfasste G1 (n=22), G2 (n=49) und G3 (n=9). Fünf Patienten mit einer G3 Leberbiopsie waren innerhalb und 4 außerhalb der Mailandkriterien. Die post-LT Tumor-G Inzidenz umfasste G1 (n=9), G2 (n=56) und G3 (n=15). Die mittlere Beobachtungszeit betraf 906 Tage (Spanne, 5–3.390 Tage). Überlebensanalyse zeigte ein signifikant schlechteres Überleben für G3 HCC gegenüber G1 und G2 (p=0,0014) sowie G1+2 HCC (p=0,0037). Berücksichtigung der Tumorpathologiedaten bestätige die o.g. Ergebnisse (p=0,0106 und p=0,0028).

Schlussfolgerung: Patienten mit einem schlecht differenzierten HCC in der präoperativen Leberbiopsie haben unabhängig von den Mailandkriterien eine schlechte Prognose bei einem 3-Jahres-Überleben von 54%.