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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Moxifloxacingel gegen MRSA im infiziertem Großtiermodell

Meeting Abstract

  • Christian Fisahn - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Bochum, Deutschland
  • Frank Jacobsen - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie, Bochum, Deutschland
  • Tobias Hirsch - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumore, Bochum, Deutschland
  • Isabel Thiele - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Bochum, Deutschland
  • Sammy Al-Benna - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Bochum, Deutschland
  • Burghard Fugmann - Bayer Innovation GmbH, Health Care, Düsseldorf, Deutschland
  • Hans-Ulrich Steinau - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie und Brandverletzungen, Bochum, Deutschland
  • Lars Steinstraesser - BG Universitätskliniken Bergmannsheil, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Plastische Chirurgie und Brandverletzungen, Bochum, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch179

DOI: 10.3205/10dgch179, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch1798

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Fisahn et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Prävalenz und Inzidenz von Wundinfektion bei methicillinresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) ist ein wachsendes Problem in der Klinik. Das Ziel dieser vorklinischen Studie war die Beurteilung der antimikrobiellen Aktivität von lokal appliziertem Moxifloxacin in einem mit MRSA infizierten porcinen Wundmodell.

Material und Methoden: Auf jeder Flanke von zwei Göttingen Minischweinen wurden 6 Vollhautwundkammern implantiert, welche sieben Tage später mit 1x108 MRSA infiziert wurden. Die Wunden wurden randomisiert und entweder mit Trägerkontrolle (Gel n=7), 0,1% Linezolid (n=3), 0,1% Mupirocin (n=3), 2% Mupirocin (n=4) oder 0,1% Moxifloxacin (n=7) behandelt. Zur quantitativen mikrobiologischen Analytik wurde die Behandlung und Asservierung von Wundflüssigkeit über einen Zeitraum von zwei Wochen jeden zweiten Tag durchgeführt. 21 Tage post Inokulation wurden die Tiere euthanasiert und Biopsien für histologische Auswertungen und quantitative Bakterienzählungen entnommen.

Ergebnisse: In den Therapiegruppen konnte man keine makroskopischen Unterschiede erkennen, wohingegen es in der Kontrollgruppe zu einer sichtbaren Eiterakkumulation kam. Alle Wunden zeigten vor Behandlungsbeginn eine hohe und stabile Bakterieninfektion (>105 KBE/ml Wundflüssigkeit). Die Antibiotikatherapie mit Linezolid, Mupirocin und Moxifloxacin zeigte im Gegensatz zu der Kontrollgruppe eine signifikante Bakterienreduktion in Wundflüssigkeit und Gewebe. Moxifloxacin zeigte eine starke antimikrobielle Aktivität (bis zu 103 Bakterienreduktion) im Vergleich zur Kontrollgruppe (Wundflüssigkeit p=0,012, Gewebe p=0,013). Linezolid und Mupirocin zeigten vergleichbare Ergebnisse.

Schlussfolgerung: Die Aktivität von Moxifloxacingel ist mit bereits klinisch erprobten Antibiotika (Linezolid, Mupirocin) vergleichbar und es konnten keine Nebenwirkungen beobachtet werden. Moxifloxacingel hat das Potential als neue Therapiemöglichkeit in der Behandlung von MRSA infizierten Wunden.