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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Ependymome des Filum Terminale

Meeting Abstract

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  • Jörg Klekamp - Christliches Krankenhaus, Neurochirurgie, Quakenbrück, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch162

DOI: 10.3205/10dgch162, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch1621

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Klekamp.
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Gliederung

Text

Einleitung: Ependymome des Filum Terminale sind seltene Tumoren, die aufgrund unspezifischen Beschwerden trotz ihrer oft großen Ausdehnung häufig übersehen werden. Andererseits wird oft von Operationen abgeraten, da eine hohe Morbidität gefürchtet wird. Diese Studie beschreibt die Erfahrungen mit diesen Tumoren in den letzten 20 Jahren.

Material und Methoden: In einer Serie von 438 Patienten mit extramedulläre Tumoren wiesen 31 Patienten ein Filum Terminale Ependymom auf. 28 Patienten unterzogen sich insgesamt 30 Operationen. Alle Patienten wurden prä- und postoperativ mit Kernspin sowie präoperativ, postoperativ, sowie nach 3 Monaten in der Ambulanz neurologisch untersucht. Spätere Untersuchungen erfolgten durch Fragebögen. Die einzelnen Symptome wurden getrennt evaluiert und der Karnofsky Score dokumentiert. Die Rate der Tumorrezidive wurde mit dem Kaplan-Meier-Verfahren bestimmt.

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter betrug 37+12 Jahre, die Anamnese 24+44 Monate (3 Wochen bis 18 Jahre). Bei 72% waren Schmerzen das Hauptproblem, typisch als dumpfe Rückenschmerzen, die sich über die gesamte Lendenwirbelsäule verteilten. Akute, starke Schmerzen deuteten in aller Regel auf eine Tumoreinblutung hin. Bei nur 47% der Patienten bestand eine Sphinkterstörung. Andere neurologische Ausfälle waren meist eher diskret ausgebildet. 24 Tumoren konnten komplett, 6 nur inkomplett entfernt werden. Drei dieser unvollständig entfernten Tumoren wurden nachbestrahlt. Postoperativ besserten sich die vorbestehenden Schmerzen signifikant, während die übrigen neurologischen Störungen unverändert blieben. Kein Patient erlitt durch die Operation neue neurologische Defizite. Drei Tumoren rezidivierten innerhalb von 5 Jahren trotz kompletter Tumorentfernung. Dies entspricht einer Rezidivrate von 21%. Nach Ablauf von 5 Jahren wurden keine weiteren Rezidive mehr gesehen bei einer maximalen Nachbeobachtungszeit von 17 Jahren (Durchschnitt 33+48 Monate).

Schlussfolgerung: Filum Terminale Ependymome können eine enorme Größe erreichen bei relativ milden neurologische Störungen. Sie können dennoch mit sehr geringer Morbidität entfernt werden. Nach inkompletten Tumorentfernungen empfiehlt sich eine Nachbestrahlung.