gms | German Medical Science

127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Die Kombination konservativer und operativer Behandlung als aktuelles Behandlungskonzept bei Lipödem

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Nathalie Müller - Kaiserswerther Diakonie, Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Michaela Montanari - Kaiserswerther Diakonie, Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Jutta Liebau - Florence-Nightingale-Krankenhaus der Kaiserswerther Diakonie, Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch122

DOI: 10.3205/10dgch122, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch1228

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Müller et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Die Behandlung des Lipödems ist eine anspruchsvolle Aufgabe in Kombination konservativer und operativer Behandlungen. In der Regel sind mehrere Therapieverfahren wie Lymphdrainage, Kompressionsbehandlung, Liposuktion und Straffungsoperationen in meist mehreren Sitzungen notwendig.

Material und Methoden: Im Zeitraum von 01/2006 bis 03/2009 wurden in unserer Klinik 32 Patienten mit Lipödem durch ultraschall-assistierte Liposuktion (UAL) behandelt und nachfolgend bei 7 Patienten Straffungsoperationen durchgeführt. Allen Patienten wurden zur nachfolgenden Kompressionstherapie postoperativ ein Mieder angepasst. Das Durchschnittsalter lag bei 31,4 Jahren. Insgesamt wurden 97 Liposuktionen durchgeführt, 49 Liposuktionen der Oberschenkel, 28 der Unterschenkel, 13 der Hüfte, sowie 7 Liposuktionen der Oberarme. Bei 7 der 32 Patienten folgten Straffungsoperationen. Postoperativ wurde eine Patientenbefragung durchgeführt, um den Therapieerfolg zu analysieren.

Ergebnisse: Bei insgesamt 53,1% der Patienten waren mehrere (durchschnittlich 3,3) Eingriffe erforderlich. Das Intervall lag im Mittel bei 5,3 Monaten. Alle Patienten berichteten über ein deutliches Nachlassen der Beschwerden, insbesondere der Schmerzen im Bereich der gesaugten Körperpartien. 93% der Patienten geben an, dass sich die Lebensqualität durch die Liposuktion deutlich gebessert habe, ebenso kam es bei 93% zu einer Reduzierung der Kleidergröße.

Schlussfolgerung: Die fraktionierte ultraschall-assistierte Liposuktion stellt ein wirksames Verfahren bei der Behandlung des Lipödems dar. Die UAL kann als alleiniges Verfahren sinnvoll eingesetzt werden, oder aber zur Vorbereitung nachfolgender Straffungsverfahren mit deutlicher Verbesserung der Schmerzfreiheit und des Körperkonturierung dienen. Notwendig im Rahmen der Therapie des Lipödems sind zudem begleitende Maßnahmen wie Lymphdrainage und Kompressionstherapie. Wir demonstrieren ausgewählte Fallbeispiele.