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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Sicherheitsaspekte des kontinuierlichen Neuromonitorings in der Schilddrüsenchirurgie

Meeting Abstract

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  • Jörg Jonas - St. Marienkrankenhaus, Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Frankfurt, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch109

DOI: 10.3205/10dgch109, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch1098

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Jonas.
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Gliederung

Text

Einleitung: Neu entwickelte Sonden ermöglichen das kontinuierliche intraoperative Neuromonitoring (KIONM) in der offenen Schilddrüsenchirurgie. Qualitätskriterien der Beurteilung und Sicherheitskriterien einer langdauernden Stimulation fehlen bisher und müssen für diese Methode entwickelt werden.

Material und Methoden: Die neu entwickelte V3 Sonde (Fa. Inomed, Teningen) wurde bei 60 konsekutiven Schilddrüsenresektionen (112 Nerves at Risk) zur kontinuierlichen Stimulation des N. vagus zwischen A.carotis und V.jugularis platziert (3 Hz, 2–3 mA). Die Schwellenwerte der Erregungsleitung wurde zu Beginn und nach Beendigung der Präparation des jeweiligen Schilddrüsenlappens ermittelt. Stimulationsdauer, Stimulationsstromstärke, intraoperative Signalbeurteilung und postoperativer Laryngoskopiebefund wurden protokolliert. Die Ladungsdichte resultierend aus diesen angewendeten Parameter wurde berechnet.

Ergebnisse: In 2 Fällen wurde ein vollständiger Signalverlust registriert. Die Funktionsstörungen waren mit dem direkten Neuromonitoring am N. laryngeus recurrens (NLR) ohne erkennbare makroskopische Läsion lokalisierbar. Die Paresen waren im Verlauf vollständig reversibel. Die Stimulationsdauer betrug 9–23 Minuten (~14 Minuten), und die Ladungsdichte 3µC/s bei einem maximal angewendeten Stimulationsstrom von 5 mA (3 Hz). Eine Amplitudenminderung von 40%–50% bestand bei 22% der Ableitungen. Eine Korrelation zu den beobachteten Veränderungen der nervalen Erregungsleitung bestand nicht. Diese Daten werden den wenigen bekannten experimentellen Studien an anderen Nerven gegenüber gestellt und diskutiert.

Schlussfolgerung: Das kontinuierliche intraoperative Neuromonitoring scheint Funktionsausfälle des NLR wirksam anzeigen zu können. Sicherheitsrelevante Aspekte der Methodik und der elektrischen Dauerstimulation sollten in der Operationsstrategie berücksichtigt werden.