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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Bedeutung der therapeutischen Zielstruktur EpCAM (CD326) für die Progression von Ösophaguskarzinomen (Ös-Ca)

Meeting Abstract

  • Christiane Driemel - Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie Chirurgisches Forschungslabor, Düsseldorf, Deutschland
  • Petra Panagiotidou - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Chirurgisches Forschungslabor, Düsseldorf, Deutschland
  • Imke Hoffmann - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Chirurgisches Forschungslabor, Düsseldorf, Deutschland
  • Sarah Schumacher - Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Wolfram Trudo Knoefel - Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf, Deutschland
  • Nikolas Hendrik Stoecklein - Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Düsseldorf, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch097

DOI: 10.3205/10dgch097, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0973

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Driemel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: EpCAM ist ein epitheliales homophiles Zelladhäsionsmolekül, welches als Transmembranprotein auf Tumoren de novo oder stark überexprimiert wird. Es gehört zu den am besten charakterisierten tumorassoziierten Antigenen und stellt eine wichtige Zielstruktur für molekulare Krebstherapien dar. Allerdings ist die Funktion von EpCAM bei der Tumorprogression noch weitgehend unverstanden. Da Ös-Ca eine ausgeprägte Metastasierungsneigung aufweisen, haben wir die Expression und die mögliche zellbiologische Bedeutung von EpCAM an diesen Tumoren untersucht.

Material und Methoden: Wir haben ein Kollektiv von 7 humanen Ös-Ca-Zelllinien (4 Plattenepithel- und 3 Adenokarzinomzelllinien) zusammengestellt, die EpCAM mit unterschiedlicher Stärke exprimieren und uns als Modellsysteme dienen. Um die Auswirkungen eines Verlustes der EpCAM-Expression zu messen, haben wir das lentivirale pGIPZ shRNAmir System mit zwei verschiedenen EpCAM- und einem Kontroll-shRNA-Vektor verwendet. Die EpCAM-Suppression der transduzierten Zellen wurde mittels qRT-PCR und Western Blot getestet. Zelllinien mit einer 80%-igen Reduktion der EpCAM-Expression wurden anschließend etabliert und hinsichtlich der zellbiologischen Bedeutung von EpCAM untersucht. Zur Erfassung der Migration diente der „Fence-Assay“ und zur Untersuchung der Invasion das kommerziell erhältliche Matrigel-beschichtete Transwell-System.

Ergebnisse: Die Migration von EpCAM transduzierten Plattenepithelkarzinomzellen war im Vergleich zu Kontrollzellen um 30–50% reduziert. Bei der Invasion konnte eine Reduktion von 3–4% beobachtet werden.

Schlussfolgerung: Die gewonnenen Daten weisen auf eine Bedeutung von EpCAM bei der Progression von Ös-Ca hin. Angesichts des Fehlens effektiver systemischer Therapien zur Unterdrückung des Metastasenwachstums beim Ös-Ca stellt EpCAM eine äußerst attraktive therapeutische Zielstruktur für adjuvante Therapien dar. Deshalb ist die zellbiologische Bedeutung von EpCAM auch von hoher klinischer Bedeutung.