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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

MicroRNAs: Expressionsanalysen verbessern das Staging bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Ösophaguskarzinom

Meeting Abstract

  • Richard Hummel - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster, Deutschland
  • Damian J. Hussey - Flinders University Adelaide, Department of Surgery, Adelaide, SA, Australien
  • Michael Z. Michael - Flinders University Adelaide, Department of Gastroenterology, Adelaide, SA, Australien
  • Matthias Brüwer - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster, Deutschland
  • Jörg Haier - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster, Deutschland
  • Daniel Palmes - Universitätsklinikum Münster, Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster, Deutschland
  • David I. Watson - Flinders University Adelaide, Department of Surgery, Adelaide, SA, Australien

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch086

DOI: 10.3205/10dgch086, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0864

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Hummel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei verschiedenen Tumoren wurden microRNAs (miRNAs) mit dem Ansprechen auf Chemotherapie in Verbindung gebracht. Ziel der Studie war es, die Expression solcher miRNAs im Plattenepithel- (SCC) und Adenokarzinom (EAC) des Ösophagus zu untersuchen und mit klinischen Daten zu vergleichen.

Material und Methoden: Zwischen 2000–2004 wurden 43 Patienten mit lokal fortgeschrittenem, nicht metastasierten Tumorleiden (pT2/3; pN0/1/2) eingeschlossen, die eine Ösophagektomie ohne neoadjuvante Therapie erhalten hatten. Nach RNA-Extraction aus den Paraffinschitten der Op-Präparate wurden TaqMan® qPCR Assays zur quantitativen Analyse ausgewählter miRNAs durchgeführt. Die klinischen Daten der Patienten entnahmen wir einer Computer-basierten Datenbank. Ein p-Wert <0.05 wurde aus statistisch signifikant vorausgesetzt, die statistische Auswertung erfolgte mittels nicht-parametrischer Tests, Kaplan-Meier Test/Log Rank und Cox Regressionsanalysen.

Ergebnisse: Die Expression von miR-148a korrelierte invers mit dem Differenzierungsgrad bei EAC Patienten (p<0.001), bei SCC Patienten fanden wir beim Vorliegen von entfernten Lymphknoten-Metastasen eine signifikante Up-Regulation von miR-21 (p=0.037). Beide miRNAs wurden geringer exprimiert in weiter oral gelegenen Ösophaguskarzinomen (miR-148a bei EAC (p=0.021), miR-21 bei SCC (p=0.040)). Weiter konnten wir eine Down-Regulation von miR-106a und miR-148a in SCC-Patienten zeigen, welche ein Rezidiv entwickelten und schlussendlich tumorbedingt verstarben (p<0.023).

Schlussfolgerung: Mit der vorliegenden Studie konnten wir zum ersten Mal nachweisen, dass Veränderungen in der miRNA-Expression mit dem loko-regionalen Staging und der lokalen Tumorkontrolle im EAC und SCC des Ösophagus korrelieren. Ob Alterationen der miRNA Expression ebenfalls bei der Response Control der neoadjuvanten Therapie oder als therapeutische Targets für eine Modifizierung der Chemosensitivität dienen können, bleibt noch zu evaluieren.