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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

„Fast Track Management“ reduziert systemische Inflammation (SIRS) und Organversagen nach elektiver Aneurysmaausschaltung

Meeting Abstract

  • Bernd Mühling - Universität Ulm, Thorax- und Gefäßchirurgie, Ulm, Deutschland
  • Christina Babiak - Universität Ulm, Thorax- und Gefäßchirurgie, Ulm, Deutschland
  • Jochen Kick - Universität Ulm, Thorax- und Gefäßchirurgie, Ulm, Deutschland
  • Alexander Oberhuber - Universität Ulm, Thorax- und Gefäßchirurgie, Ulm, Deutschland
  • Ludger Sunder-Plassmann - Städtisches Klinikum München-Bogenhausen, Thoraxchirurgie, München, Deutschland
  • Karl-Heinz Orend - Universität Ulm, Thorax- und Gefäßchirurgie, Ulm, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch071

DOI: 10.3205/10dgch071, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0717

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Mühling et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Nach elektiver Ausschaltung eines infrarenalen Aortenaneurysmas entwickeln bis zu 89% der Patienten ein systemisches inflammatorisches response Syndrom (SIRS), die Morbidität wird mit bis zu 59% angegeben. Fast Track Konzepte zielen auf die Reduktion von Morbidität und Mortalität große chirurgischer Eingriffe. Die Bedeutung eines solchen Konzeptes für die Entwicklung eines SIRS und die Rate an Organversagen nach elektiver Aneurysmaausschaltung wurde untersucht.

Material und Methoden: Prospektive Randomisation von 101 Patienten mit infrarenalem Aortenaneurysma in einen Fast Track und einen traditionellen Behandlungsarm. Wesentliche Fast Track Elemente sind: reduzierte präoperative Nüchternheit (2h vs. 6h), Verzicht auf Darmvorbereitung, Verwendung regionaler Aästhesieverfahren (PCEA vs. PCA) und postoperative Flüssigkeitsrestriktion. SIRS und Organversagen (kardial, pulmonal, renal, gastrointestinal, infekt-assoziiert) wurden während des postoperativen Verlaufs entsprechend definierter Kriterien dokumentiert. Die Datenanalyse erfolgte entsprechend der intention-to-treat.

Ergebnisse: Die Inzidenz eines SIRS war im Fast Track Arm signifikant niedriger als im traditionellen Arm: 28% vs. 50%, p=0.04; ebenso zeigte Fast Track Behandlung eine signifikant niedrigere Morbidität: 16% vs. 36%, p=0.039. Die Rate an Mehrorganversagen war im Fast Track Behandlungsarm ebenfalls niedriger: 2% vs. 12%; p=0.112, die Mortalität lag in beiden Armen bei 0%.

Schlussfolgerung: Ein Fast Track Behandlungskonzept mit reduzierter präoperativer Nüchternheit, Verzicht auf Darmvorbereitung und Verwendung regionaler Anästhesieverfahren (Periduralanästhesie) reduziert die systemische Inflammation und die Morbidität nach elektiver Aneurysmaausschaltung. In zukünftigen Untersuchungen sollte die Bedeutung des Fast Track Konzeptes für die systemische Inflammation anhand weiterer inflammatorischer Marker genauer charakterisiert werden.