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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Erfolgreicher Einsatz von Extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) unter Reanimation nach fulminanter Lungenembolie

Meeting Abstract

  • Justyna Swol - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Chirurgische Intensivstation, Bochum, Deutschland
  • Dirk Buchwald - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Bochum, Deutschland
  • Dirk Rothstein - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil, Klinik für Anaesthesiologie, Intensiv-, Palliativ- und Schmerzmedizin, Bochum, Deutschland
  • Aydan Yazar - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Zentrum für Innere Medizin, Klinik für Kardiologie und Angiologie, Bochum, Deutschland
  • Delawer Reber - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Bochum, Deutschland
  • Gert Muhr - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Chirurgische Intensivstation, Bochum, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch070

DOI: 10.3205/10dgch070, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0704

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Swol et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei einer fulminanten Lungenembolie stehen akutes Herzversagen und Hypoxämie aller Organe im Vordergrund. Lysetherapie und Reanimation sind die primären Maßnahmen in der lebensbedrohlichen Situation. Embolektomie kann auch unter andauernder Wiederbelebung vorgenommen werden, gilt jedoch als ultima ratio Option.

Material und Methoden: Fallbericht über einen erfolgreichen Einsatz der Extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) unter Reanimation bei fulminanter Lungenembolie.

Ergebnisse: Nach einem Sturz erlitt ein 36-jähriger Patienten ein Polytrauma mit stumpfen Thoraxtrauma und beidseitigen Lungenkontusion, BWK 10 Fraktur ohne Hinterkantenbeteiligung sowie multiple Extremitäten Verletzungen. Drei Wochen nach dem Unfall wurde elektiv die Osteosynthese der Unterschenkel Fraktur rechts vorgenommen. Während des Umlagerns nach dem Eingriff kam des zum Herzstillstand. Medikamentöse und mechanische Reanimation wurde unverzüglich begonnen. Transthorakal durchgeführte Herzechokardiografie zeigte einen Thrombus von der V. cava superior bis zum rechten Ventrikel reichend. Sofortige Lysetherapie führte kurzfristig zu Stabilisierung des Kreislaufs, nach einigen Minuten mussten die Wiederbelebungsmaßnahmen weiter fortgeführt werden. Die Indikation zu Implantation der ECMO wurde sofort gestellt und die Kanülierung unter Reanimationsbedingungen in die rechte Vena femoralis sowie linke Arteria femoralis erfolgreich vorgenommen. Unter dem Blutfluss von 4 l/min bildete sich die Rechtsherzbelastung zurück und der Patient konnte nach 91 Stunden der ECMO Therapie, ohne neurologisches Defizit, entwöhnt werden. Nach Entfernung der ECMO führten wir aufgrund des prolongierten Weanings vom Respirator eine dilatative, percutane Tracheotomie durch. Die Entwöhnung vom Respirator dauerte weitere 6 Tage an, erfolgte jedoch ohne Komplikationen. Der Patient ist nach 12 Tagen suffizienten intensivmedizinischen Therapie im Zustand der Restituio ad integrum verlegt worden.

Schlussfolgerung: Der Einsatz von arterio-venösen Extrakorporalen Membranoxygenierung stellt eine therapeutische Option bei lebensbedrohlicher Lungenembolie dar. Entscheidend für den therapeutischen Erfolg ist eine sofortige Indikationsstellung und zugige Implantation des Systems.