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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Risikoscore für postoperative Mortalität bei ischämischer Kolitis

Meeting Abstract

  • Christoph Reißfelder - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Moritz Koch - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Dalibor Antolovic - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Markus W. Büchler - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland
  • Jürgen Weitz - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Heidelberg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch069

doi: 10.3205/10dgch069, urn:nbn:de:0183-10dgch0699

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Reißfelder et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Chirurgie der akuten ischämischen Kolitis (IK) ist bei diesem schwer erkrankten Patientengut mit einer hohen Morbidität und Mortalität einhergehend. Mit den Möglichkeiten der modernen Intensivmedizin kann man postoperativ zwar primär die Vitalparameter der Patienten stabilisieren, häufig kommt es jedoch im Verlauf zum Exitus letalis. Wann man sich jedoch mit der Therapie zurückzieht ist meistens eine subjektive, auf Erfahrung beruhende Entscheidung. Ziel dieser Studie war es einen Risikoscore zu generieren um die postoperative Mortalität dieser schwer kranken Patienten vorherzusagen.

Material und Methoden: Seit Januar 2002 wurden alle Patienten mit einer histologisch gesicherten IK prospektiv erfasst und hinsichtlich Comorbidität, Krankheitsverlauf, OP-Befunden und postoperativen Verlauf dokumentiert. Unabhängige Prädikatoren für die postoperative Morbidität und Mortalität wurden mittels einer uni- und multivariaten Analyse bestimmt.

Ergebnisse: Im Untersuchungszeitraum von 1/2002 bis 1/2008 wurden 177 Patienten (113 Männer und 64 Frauen) aufgrund einer IK operiert. Unser neuer Risikoscore, der verschiedene perioperative Variablen enthält (Non-occlusive IK, Ausmaß der Kolonresektion, akutes Nierenversagen, Laktatwert und Dauer einer präoperativen Katecholamintherapie), ist hoch prädikativ für die postoperative Mortalität (p=0,0001).

(Tabelle 1 [Tab. 1])

Schlussfolgerung: Diese Studie zeigt zum ersten Mal einen Risikoscore, der hoch prädikativ für die postoperative Mortalität von Patienten ist, die aufgrund einer ischämischen Kolitis operiert worden sind. Dieser Risikoscore könnte insbesondere für Intensivmediziner eine Entscheidungshilfe sein, um in Zukunft die weiteren therapeutischen Strategien, auf validen Daten basierend, bei diesen schwer kranken Patienten festzulegen.