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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Selektive Halsvenenkatheterisierung – Wertigkeit für die Lokalisationsdiagnostik bei ektopen singulären Nebenschilddrüsenadenomen

Meeting Abstract

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  • Urte Zurbuchen - Charité, Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin, Deutschland
  • H.-J. Buhr - Universitätsklinikum Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik und Poliklinik I, Berlin, Deutschland
  • Hubert G. Hotz - Charité, Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch021

DOI: 10.3205/10dgch021, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0217

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Zurbuchen et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die präoperative Diagnostik (Sonografie und Tc99m MIBI-Szintigrafie) erlaubt bei >90% der Patienten mit einem primären Hyperparathyreoidismus (pHPT) eine genaue Lokalisation des singulären Adenoms. Ektope Adenome sind mit Sonografie und Szintigrafie häufig nicht sicher lokalisierbar, so dass das Adenom intraoperativ nicht aufzufinden ist. Daraus resultierende nicht erfolgreichen Operationen bedeuten für den Patienten ein unnötiges Risiko und für den Operateur eine unbefriedigende Situation. Im folgenden Vorstellung drei klinischer Fälle, bei denen es durch selektive Halsvenenkatheterisierung mit PTH-Bestimmung (sHVK) gelang nach frustranen Vor-Operationen das ektope Adenom zu lokalisieren und in einem Re-Eingriff zu exstirpieren.

Material und Methoden:

  • 67-jähr. Patientin mit Z.n.2x Vor-Operation bei pHPT, dabei Schilddrüsenresektion und Entfernung von drei Nebenschilddrüsen. Bei persistierendem pHPT Lokalisation des Adenoms mit sHVK im Bereich des Jugulums in Höhe des 4.BWK. In der operative Revision mit Sternotomie wurde das ektope Adenom aufgefunden und exstirpiert.
  • 51-jähr. Patientin mit Z.n.2x frustraner Operation bei pHPT, dabei Hemithyreoidektomie mit postop. Recurrensparese links. In sHVK gelang eine Lokalisation auf Höhe BWK 4/5 an der V.jugularis. In einer erneutem Operation wurde das Adenom erfolgreich in der Carotisgabel links aufgefunden und in toto exstirpiert.
  • 52-jähr. Patient mit Z.n. frustraner Operation bei pHPT. Sonografie und Szintigrafie ohne sichere Lokalisation. In Halsvenenkatheter PTH-Peak in V.brachiocephalica. Bei Revisionseingriff Auffinden des ektopen Adenoms am Perikard in Höhe des linken Vorhofs.

Schlussfolgerung: Bei V.a. ektope Nebenschilddrüsenadenome sollte zur Lokalisationsdiagnostik eine selektive Halsvenenkatheterisierung durchgeführt werden, um dem Operateur das Auffinden zu erleichtern und frustrane operative Explorationen zu vermeiden.