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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Auffinden des occulten medullären Schilddrüsenkarzinoms – Evaluation der klinischen Diagnostik

Meeting Abstract

  • Sebastian Hoffmann - Universitätsklinik Marburg, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Marburg, Deutschland
  • Katrin Voigt - Univ. Klinik Marburg, Nuklearmedizin, Marburg, Deutschland
  • Thomas Behr - Univ. Klinik Marburg, Nuklearmedizin, Marburg, Deutschland
  • Andreas Zielke - Klinikum Offenbach, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Offenbach, Deutschland
  • Helmut Höffken - Univ. Klinik Marburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch018

DOI: 10.3205/10dgch018, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0181

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Hoffmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Messung des basalen Calcitonins (bC) in der präoperativen Diagnostik von Patienten mit Schilddrüsenknoten zum Auffinden okkulter medullärer Schilddrüsenkarzinome wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Darüber hinaus ist die Wertigkeit der Bestimmung des stimulierten Calcitonins (sC) wie auch zusätzlicher szintigraphischer Verfahren in der Diagnostik verschiedener C-Zell-Pathologien unklar. Ziel dieser Studie war es, die klinische Wertigkeit der präoperativen Diagnostik der C-Zell-Pathologien zu evaluieren

Material und Methoden: In einer prospektiven Untersuchung einer Serie von 4.858 Patienten mit knotigen Veränderungen der Schilddrüse erfolgte die Messung des bC im Serum. Bei 259 Patienten mit erhöhtem bC (cut-off Frauen 4,6 pg/ml, Männer 11,5 pg/ml) wurde eine Pentagastrinstimulation mit Messung des sC durchgeführt. Bei pathologischem sC erfolgte zusätzlich eine Gastrinrezeptorszintigraphie und anschließend die operative Therapie mit histopathologischer Untersuchung des OP-Präparats

Ergebnisse: Bei 31 wegen pathologischem Pentagastrintest operierten Patienten fanden sich folgende Mittelwerte [pg/ml] für bC und sC bezogen auf die Histopathologie: Medulläres Schilddrüsenkarzinom (MTC, n=2) bC:278,8; sC:2200,0, neoplastische C-Zell-Hyperplasie (nCCH, n=13) bC:15,9; sC: 168,9, physiologische C-Zell-Hyperplasie (pCCH, n=11) bC: 18,9 ;sC: 205,1 und ohne Anhalt für MTC oder CCH (n=5) bC: 24,9; sC: 181,8. Eine Analyse der 34 Patienten mit prätherapeutischer Gastrinszintigraphie erbrachte weder eine Korrelation zu pathologischen Serumcalcitoninspiegeln (stimuliert wie unstimuliert), noch eine Korrelation zu einer pathologischen Histologie (MTC oder nCCH)

Schlussfolgerung: In dieser Untersuchung war der diagnostische Algorithmus geeignet bei 50% der Pat. einen OP-pflichtigen Befund (MTC oder nCCH) zu identifizieren und bestätigt somit entsprechende Konsensusempfehlungen. Die Inzidenz des MTC lag mit 0,04% kollektivbedingt deutlich unter der in Vergleichsstudien. Eine Zuordnung mittels sC gelang lediglich bei Patienten mit MTC, nicht aber mit nCCH. Der Einsatz der Gastrinszintigraphie in der Diagnostik der C-Zell-Pathologien ist nach den vorliegenden Ergebnissen nicht für die klinische Routine zu empfehlen