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127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

20.04. - 23.04.2010, Berlin

Vergleich von Serum- und Speichel-Ghrelin bei Gesunden, morbid Adipösen und Patienten mit metastasierten Karzinomen

Meeting Abstract

  • Frank Benedix - O.-v.-G.-Universität Magdeburg, Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie, Magdeburg, Deutschland
  • Sabine Westphal - O.-v.-G.-Universität Magdeburg, Deutschland
  • Robert Patschke - O.-v.-G.-Universität Magdeburg, Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie, Magdeburg, Deutschland
  • Claus Luley - O.-v.-G.-Universität Magdeburg, Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, Magdeburg, Deutschland
  • Hans Lippert - Universitätsklinikum Magdeburg, Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie, Magdeburg, Deutschland
  • Stephanie Wolff - O.-v.-G.-Universität Magdeburg, Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie, Magdeburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 127. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 20.-23.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgch004

DOI: 10.3205/10dgch004, URN: urn:nbn:de:0183-10dgch0045

Veröffentlicht: 17. Mai 2010

© 2010 Benedix et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Ghrelin, das derzeit einzige bekannte orexigene Hormon, wird auch von Speicheldrüsen produziert. Die Gewinnung von Speichelproben anstelle von Blutentnahmen für Routineuntersuchungen wäre für viele Patienten von sichtlichem Vorteil. Ziel dieser Untersuchung war daher, die Ghrelinkonzentrationen im Serum sowie im Speichel bei verschiedenen Patienten und Gesunden zu vergleichen.

Material und Methoden: In der vorliegenden Untersuchung wurden 41 morbid Adipöse, 45 Gesunde sowie 17 Patienten mit metastasierten gastrointestinalen Karzinomen eingeschlossen. Die Bestimmung der Nüchtern-Ghrelinkonzentration erfolgte mit Hilfe eines RIA. Bei den morbid Adipösen wurde zusätzlich das hormonelle Verhalten postprandial untersucht.

Ergebnisse: Bei Gesunden und Adipösen waren die basalen Ghrelinkonzentrationen im Speichel signifikant höher. Die Serumkonzentrationen bei Adipösen waren erwartungsgemäß signifikant niedriger als bei den Vergleichsgruppen. Die basalen Speichelkonzentrationen unterschieden sich jedoch nicht signifikant zwischen den einzelnen Gruppen. Eine Korrelation zwischen Speichel- und Serum-Ghrelin fand sich nur in der Gruppe der Gesunden. Eine signifikante negative Korrelation konnte zwischen BMI und Serum-Ghrelin, jedoch nicht für das Speichel-Ghrelin demonstriert werden. Für die Gruppe der morbid Adipösen zeigte sich eine positive Korrelation zwischen Alter und Serum-Ghrelin. Weder für Speichel- noch für Serum- Ghrelin konnte eine Geschlechtspreferenz nachgewiesen werden. Postprandial zeigte sich bei morbid Adipösen nur eine geringfügige Suppression der basalen Serumwerte. Interessanterweise fand sich ein signifikanter Abfall des Speichel-Ghrelins.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung unterstützen die Theorie einer autonomen Ghrelinproduktion in Speicheldrüsen. Zum jetzigen Zeitpunkt kann daher der Einsatz von Speichel anstelle von Blut zur Ghrelinbestimmung nicht empfohlen werden.