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126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

28.04. - 01.05.2009, München

Gibt es Unterschiede im Langzeiterfolg bei der Nierentransplantation zwischen deutschen Patienten und Patienten türkischer Abstammung ?

Meeting Abstract

  • A. Öztürk - Chirurgische Klinik, Knappschaftskrankenhaus Bochum
  • A. Wunsch - Chirurgische Klinik, Knappschaftskrankenhaus Bochum
  • S. Claas. - Chirurgische Klinik, Knappschaftskrankenhaus Bochum
  • P. Schenker - Chirurgische Klinik, Knappschaftskrankenhaus Bochum
  • R. Viebahn - Chirurgische Klinik, Knappschaftskrankenhaus Bochum

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 28.04.-01.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgch11502

DOI: 10.3205/09dgch613, URN: urn:nbn:de:0183-09dgch6135

Veröffentlicht: 23. April 2009

© 2009 Öztürk et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Einzelfälle, die in der Presse große Beachtung finden, veranschaulichen die Schwierigkeiten, die bei der Organtransplantation bei Patienten mit Migrationshintergrund auftreten können. Wir haben aus diesem Grund die zahlenmäßige größte Gruppe an unserem Zentrum, türkischstämmige Patienten nach Nierentransplantation (ca. 5 % des Gesamtkollektivs), näher analysiert.

Material und Methoden: Wir führten eine matched pairs-Analyse von Patienten mit türkischem Migrationshintergrund (t) im direkten Vergleich zu deutschstämmigen Patienten (d), die jeweils in den Jahren 2000-2005 nierentransplantiert worden waren, durch. Die Gruppe t bestand aus 15 weiblichen und 22 männlichen Patienten (Durchschnittsalter 40,3 Jahren (+/- 14,6)). Gruppe d setzte sich aus 14 weiblichen und 23 männlichen Patienten (Durchschnittsalter 40,6 Jahre (+/-14,5)) zusammen.Für die Auswertung wurden zunächst folgende Daten gesammelt: Geburtsdatum, Alter bei Transplantation, HLA-Missmatch, Kreatininwert im Serum bei Entlassung, 1, 2 und 3 Jahre nach Transplantation, Beginn der Dialyse und Anzahl der ambulanten Kontakte nach Transplantation.

Ergebnisse: Im Levene-Test der Varianzgleichheit bestätigte sich ein adäquates Matching (Alter, Geschlecht, Dialysezeiten). Für die HLA Diskordanz in der Gruppe t verglichen mit der Gruppe d fanden sich keine signifikanten Unterchiede. Im direkten Vergleich der Gruppen ergab sich für eine angenommene Irrtumswahrscheinlichkeit von 0,05 in der Auswertung der Unterschiede der Kreatinin-Werte nach Entlassung, dem ersten, zweiten und dritten Jahr kein signifikanter Unterschied. Ebenso zeigte sich auch kein signifikanter Unterschied in der Zahl der ambulanten Kontakte zwischen beiden Gruppen.

Schlussfolgerung: Nach unseren Daten spielt ein Migrationshintergrund für den Langzeiterfolg nach Nierentransplantation keine Rolle. Daß bei der Aufnahme auf die Transplantationswarteliste Probleme für Patienten mit Migrationshintergrund auftreten können, ist unbestritten.