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126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

28.04. - 01.05.2009, München

Die partielle Hepatektomie geht mit peripherer, Resektionsvolumen-abhängiger Mobilisation von CD133+ Stammzellen einher

Meeting Abstract

  • corresponding author J. Schulte am Esch - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • M. Schmelzle - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • A. Alexander - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • R.Y. Tustas - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • M. Ralemska - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • G. Fürst - Institut für Radiologie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • M. Klein - Klinik für Kardiovasculäre Chirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • I. Bruns - Klinik für Hämatologie, Onkologie und Klinische Immunologie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • W.T. Knoefel - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 28.04.-01.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgch11366

DOI: 10.3205/09dgch393, URN: urn:nbn:de:0183-09dgch3937

Veröffentlicht: 23. April 2009

© 2009 Schulte am Esch et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Leber hat eine ausgeprägte Regenerationskapazität. Experimentelle Daten legen nahe, dass extrahepatische Stammzellen wie hämatopoeitische Progenitor-Zellen an der Leberregeneration z.B. nach Leberresektion teilhaben. Klinische Daten über die periphere Stammzellmobilisation nach leberchirurgischen Eingriffen sind nur vereinzelt und teilweise widersprüchlich verfügbar. Ziel dieser Studie war es, die Mobilisation von CD133+ und CD34+ Progenitorzellen im peripheren Blut von Patienten im frühen Verlauf nach Leberteilresektionen unterschiedlichen Ausmaßes zu untersuchen.

Material und Methoden: 30 konsekutive Patienten zur erstmaligen partiellen Hepatektomie mit primärem oder sekundärem Neoplasma der Leber wurden mit Resektionsraten von 0–65% in diese Studie eingeschlossen. Das exakte Ausmaß der Leberresektion wurde als prozentuale Änderung zwischen prä- und unmittelbar post-operativem totalen Lebervolumen mittels computertomographischer Volumetrie erhoben. Daten der Gruppe A mit einem resezierten Leberanteil von <30% (n=20) wurden denen der Gruppe B mit 30 bis 65% Resektionsvolumen (n=10) gegenüber gestellt. Durchflusszytometrisch wurde das Aufkommen an CD45/133+ und CD45/34+ Zellen im peripheren Blut aus beiden Gruppen miteinander verglichen. Die Zytometrie-Daten repräsentieren immer die prozentuale Änderung des Zellaufkommens in Beziehung zum Zeitpunkt 0 (unmittelbar nach Beendigung der Resektionsphase).

Ergebnisse: Im Mittel zeigten Patienten der Gruppe A (78,8% Standard Fehler (SEM) 25,3) wie die der Gruppe B (126,7% SEM 47,5) einen vergleichbaren Anstieg der CD45/133+ Zellen bis zum post-operativen Tag (POD) 1. Zum POD 2 hin wies die Gruppe B mit einem Anstieg von 463,5% (SEM 144,8) einen deutlich ausgeprägteren Anstieg dieser peripheren Zellen auf als Gruppe A mit 115,8% (SEM 36,4; p=0,005). Dieser Unterschied zeigte sich bis zum POD 4 (Gruppe A 238,6% SEM 56,8 vs. B 511,0% SEM 143,8; p=0,043). Periphere CD45/34+ Zellen demonstrierten einen ähnlichen Verlauf wie die CD45/133+ Zellen innerhalb der Gruppen . Der Unterschied von Gruppe B im Vergleich zu Gruppe A zeigte sich jedoch geringer ausgeprägt (CD45/34+ Zellen POD 2 Gruppe A 64,4% SEM 36,4 vs. B 353,6 SEM 175,7; p=0,038) und war am POD 4 nicht mehr signifikant (p=0,131).

Schlussfolgerung: Diese Daten demonstrieren, dass CD133+ mehr als CD34+ hämatopoetische Progenitor-Zellen in den ersten Tagen nach Leberresektion bei Patienten mit Leberparenchymverlust über 35% des ursprünglichen totalen Lebervolumens vermehrt peripher mobilisiert werden, wenn mit einem Volumenverlust unter 30% verglichen. Unsere Daten legen eine wichtige Rolle extrahepatischer CD133+ Stammzellen für ausgeprägte Formen der Leberregeneration nahe. Sie unterstützen unser klinisch bereits erfolgreich angewandtes therapeutisches Konzept mit portal applizierten CD133+ Knochenmarkstammzellen zur Förderung der Leberproliferation des links-lateralen Leberlappens nach portalvenöser Embolisation der kontralateralen Segmente.

Abbildung 1 [Abb. 1]