gms | German Medical Science

126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

28.04. - 01.05.2009, München

Chirurgische Therapie von Basaliomen der periokularen Region. Eine retrospektive Studie von 207 Fällen

Meeting Abstract

  • corresponding author C. Domke - Markus-Krankenhaus, Klinik für Plastische Chirurgie
  • T. Gohla - Markus-Krankenhaus, Klinik für Plastische Chirurgie
  • O. Wingenbach - Markus-Krankenhaus, Klinik für Plastische Chirurgie
  • C. Kässmann - Markus-Krankenhaus, Klinik für Plastische Chirurgie
  • K. Exner - Markus-Krankenhaus, Klinik für Plastische Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 28.04.-01.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgch10947

DOI: 10.3205/09dgch309, URN: urn:nbn:de:0183-09dgch3093

Veröffentlicht: 23. April 2009

© 2009 Domke et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Das Basaliom ist mit 90% der häufigste bösartige Tumor im periokularen Bereich. Er tritt bevorzugt im höheren Lebensalter auf. Trotz der etablierten Rekonstruktionsverfahren bleibt ein gutes funktionelles und ästhetisches Resultat eine plastisch-chirurgisch anspruchsvolle Aufgabe.

Material und Methoden: Von 01/03 bis 12/07 wurden 207 Basaliome der periokulären Region behandelt. Die Krankenakten wurden retrospektiv bezüglich demographischer und histopathologischer Daten sowie Tumorlokalisation und Anzahl der chirurgischen Eingriffe ausgewertet. Die im Rahmen des Follow-up erfassten Parameter waren Rezidivfreiheit, funktionelles und ästhetisches Ergebnis, Komplikationen, Korrektureingriffe sowie Patientenzufriedenheit.

Ergebnisse: Von 207 Patienten waren 115 weiblich und 92 männlich, bei einem Durchschnittsalter in beiden Gruppen von 66,3 Jahren. Die zeitliche Anamnese der Basaliome erstreckte sich von 2 Monaten bis zu 3 Jahren. In 108 Fällen war die linke und in 99 Fällen die rechte Seite befallen. Bezüglich der Tumorlokalisation war das Unterlid in 81 Fällen, das Oberlid in 41 Fällen, sowie der mediale Augenwinkel bei 54 Patienten und der laterale bei 31 Patienten betroffen.In 31 Fällen handelte es sich um ein Rezidivbasaliom und in 176 Fällen um ein primär diagnostiziertes Basaliom. Es erfolgte eine histopathologische Unterscheidung zwischen soliden / knotigen (n=167), sklerodermiformen (n=23), und ulzerierenden Basaliomen (n=17).Um histologisch gesicherte Tumorfreiheit und ein funktionell sowie ästhetisch gutes Resultat zu erreichen war bei 93 Patienten lediglich ein Eingriff nötig, bei 83 Patienten gelang dies nach zwei und bei 31 Patienten waren hierzu drei und mehr Eingriffe notwendig. Bei 111 Patienten gelang ein Direktverschluß. In 49 Fällen wurde eine Defektdeckung durch Vollhauttransplantation von retroaurikulär oder aus der Halsregion gewählt. Transpositionslappenplastiken wurden in 25 Fällen angewandt. Bei 24 Patienten gelang der Defektverschluß durch Rotations- bzw. Verschiebelappenplastiken. Unmittelbar postoperative Komplikationen waren fünf Fälle von Hämatomen im Bereich der Empfängerstelle und drei Fälle im Bereich der Donorseite. Bei sieben Patienten kam es zu einem partiellen Transplantatverlust, der aber unter konservativen Maßnahmen sekundär ausheilte. In vier Fällen kam es zu einer Wunddehiszenz, die eine Sekundärnaht erforderlich machte. Bei einem Patienten trat eine revisionspflichtige Wundinfektion auf. Der Nachuntersuchungszeitraum lag zwischen mindestens 3 und 60 Monaten. Bei fünf Patienten zeigte sich ein Basaliomrezidiv. In 13 Fällen erfolgte ein Korrektureingriff aufgrund narbiger Kontrakturen. 21 Patienten wünschten die Korrektur einer verbreiterten oder auffälligen Narbe. Die abschließende Evaluation des Therapieergebnisses hinsichtlich funktionellem und ästhetischem Resultat ergab in 88% der Fälle gute, in 10% befriedigende und in 2% schlechte Ergebnisse.

Schlussfolgerung: Die technische Beherrschung sämtlicher plastisch-rekonstruktiver Verfahren gewährleistet das bestmögliche funktionelle und ästhetische Resultat. Die primäre vollständige Beseitigung des Tumors ist neben dem histopathologischen Subtypus der entscheidende Faktor für die weitere Rezidivrate. Um unnötige Folgeeingriffe für den Patienten zu vermeiden, sollten Patienten mit unklaren Prozessen im Lidbereich bereits zur erstmaligen Behandlung in Institutionen überwiesen werden, die sowohl über eine chirurgische Expertise als auch über geeignete Pathologen verfügen.