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126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

28.04. - 01.05.2009, München

Identifizierung und funktionelle Validierung relevanter Gene beim kolorektalen Karzinom

Meeting Abstract

  • corresponding author M. Grade - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsmedizin, Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen
  • A.B. Hummon - Section for Cancer Genomics, National Cancer Institute, NIH, Bethesda, Maryland
  • G. Emons - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsmedizin, Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen
  • J. Gaedcke - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsmedizin, Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen
  • P. Hörmann - Section for Cancer Genomics, National Cancer Institute, NIH, Bethesda, Maryland
  • H. Becker - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsmedizin, Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen
  • B.M. Ghadimi - Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsmedizin, Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen
  • N.J. Caplen - Gene Silencing Section, National Cancer Institute, NIH, Bethesda, Maryland
  • T. Ried - Section for Cancer Genomics, National Cancer Institute, NIH, Bethesda, Maryland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 28.04.-01.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgch11182

DOI: 10.3205/09dgch081, URN: urn:nbn:de:0183-09dgch0812

Veröffentlicht: 23. April 2009

© 2009 Grade et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das kolorektale Karzinom gilt als eines der best untersuchten humanen Malignome. Dennoch sind die zugrunde liegenden Signalwege noch nicht ausreichend entschlüsselt. Weitergehende Untersuchungen sind daher von höchstem klinischen Interesse, um neue therapeutische Optionen zu entwickeln.

Material und Methoden: In früheren Projekten analysierten wir 90 primäre kolorektale Karzinome sowie 50 korrespondierende Mukosabiopsien mit Hilfe von DNA-Microarrays. Zur funktionellen Validierung differentiell exprimierter Gene bestimmten wir nun initial das Expressionsmuster von 28 deregulierten Genen mittels real-time PCR in 25 kolorektalen Karzinom-Zelllinien. Anschließend führten wir RNA-Interferenz (RNAi)-basierte Analysen durch, um diese Gene in Zelllinien auszuschalten und die entsprechende Veränderung des zellulären Phänotyps zu charakterisieren.

Ergebnisse: Die PCR-Analysen zeigten, dass die Mehrzahl der 28 untersuchten Gene identische Expressionsmuster in primären kolorektalen Karzinomen und kolorektalen Karzinom-Zelllinien aufwies. In Folge wurden 14 dieser Gene durch RNAi-Analysen in SW480 Zellen ausgeschaltet (zwei siRNAs pro Gen). Für sechs dieser Gene resultierte daraus eine deutliche Einschränkung der zellulären Viabilität bzw. Proliferationshemmung. Dieser Effekt wurde nachfolgend unabhängig für bis zu vier siRNAs pro Gen und zwei weitere Zelllinien, HT-29 und DLD-1, validiert.

Schlussfolgerung: Unsere Experimente führten zur Identifizierung von Genen mit bisher unbekannter Bedeutung für das kolorektale Karzinom. Die durch Gen-Inhibition ausgelöste Wachstumshemmung der Tumorzellen rückt diese Gene daher in den Fokus weiterer Analysen. Um zu überprüfen, ob sie mögliche Zielgene einer antiproliferativen Tumortherapie darstellen haben wir begonnen, die zugrunde liegenden Signalwege mittels Genexpressionsanalysen zu untersuchen.