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126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

28.04. - 01.05.2009, München

Narbenhernienverschluß in Lokalanästhesie – eine mögliche Alternative

Meeting Abstract

  • corresponding author M. Donati - Klinik für Allgemeinchirurgie I, Universitätsklinikum Catania, Italien
  • G. Stavrou - Klinik für Allgemein-,Viszeral- und Thoraxchirurgie, AKH, Celle, Deutschland.
  • G. Brancato - Klinik für Allgemeinchirurgie I, Universitätsklinikum Catania, Italien
  • K-J. Oldhafer - Klinik für Allgemein-,Viszeral- und Thoraxchirurgie, AKH, Celle, Deutschland.
  • A. Donati - Klinik für Allgemeinchirurgie I, Universitätsklinikum Catania, Italien

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 126. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 28.04.-01.05.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgch11076

DOI: 10.3205/09dgch037, URN: urn:nbn:de:0183-09dgch0373

Veröffentlicht: 23. April 2009

© 2009 Donati et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Chirurgie der Narbenhernien hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung durchgemacht. Nach Einführung der Netzprothesen und Änderung operativer Standards wird mittlerweile von vielen Autoren das laparoskopische Vorgehen als „Gold-Standard“ eines minimal invasiven Vorgehens propagiert. Eine spezielle Alternative stellt die offene Chirurgie in lokaler Betäubung dar, die bei der Leistenhernienchirurgie bereits etabliert ist.

Material und Methoden: Zwischen Januar 1994 und April 2008 wurden 133 Patienten wegen einer Narbenhernie operiert. Bei 63 Patienten (47%) wurde die Versorgung in Lokalanästhesie offen durchgeführt. Dabei wurde bei einem Defekt bis zu 3cm ein Polypropylene Plug zum Verschluß verwendet, größere Bruchlücken wurden durch ein zweischichtiges Polypropylenenetz versorgt.Auswahlkriterien für die Operation in Lokalanästhesie waren ein reponibler Bruchsack, keine anamnestische Ileusepisode und eine Defektgröße bis maximal 10cm.

Ergebnisse: Ausser in zwei Fällen (3,17%) konnte die Versorgung der Narbenbrüche bei allen Patienten problemlos in Lokalanästhesie erfolgen. Die Patienten mobilisierten sich dabei unmittelbar postoperativ selbst und konnten direkt nach der OP essen und trinken. Keine klinisch relevante Komplikation wurde im unmittelbaren Follow-up festgestellt. Bei 40 Patienten (63,5%) konnte die Behandlung als ambulanter Eingriff erfolgen. In der Follow-Up Periode (5–171 Monate) wurden die Patienten klinisch und mit Ultraschall nachuntersucht – es wurden hier lediglich 2 Rezidive (3,2%) festgestellt.

Schlussfolgerung: Der Narbenhernienverschluß in Lokalanästhesie ist bei Hernien bis zu 10cm eine sichere und effektive Technik mit sehr niedrigen Rezidivraten. Er stellt insbesondere dann eine gute Alternative dar, wenn Patienten auf Grund von Komorbiditäten ein zu hohes Narkoserisiko aufweisen.