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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Beeinflussung der Spindeldynamik durch CK1 Inhibitoren alleine und in Kombination mit Spindelgiften: Ein Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Konzepte in der Tumortherapie?

Meeting Abstract

  • corresponding author U. Knippschild - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Translantationschirurgie, Chirurgisches Zentrum der Universität Ulm, Ulm, Deutschland
  • C. Brockschmidt - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Translantationschirurgie, Chirurgisches Zentrum der Universität Ulm, Ulm, Deutschland
  • D. Henne-Bruns - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Translantationschirurgie, Chirurgisches Zentrum der Universität Ulm, Ulm, Deutschland
  • M. Stöter - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Translantationschirurgie, Chirurgisches Zentrum der Universität Ulm, Ulm, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch8993

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch650.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Knippschild et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Casein Kinasen 1 (CK1) sind an einer Vielzahl von Signaltransduktionswegen und an der Regulation von verschiedenen biologischen Prozessen, beteiligt und stellen inzwischen ein interessantes Ziel für die Entwicklung neuer Inhibitoren zur Behandlung zahlreicher Erkrankungen, insbesondere von Krebserkrankungen, dar. IC261 inhibiert spezifisch die CK1δ und ε und besitzt ein hohes Potential zur Hemmung des Wachstums von Tumorzellen, u.a dadurch dass IC261 die Mikrotubulidynamik beeinflusst. In dieser Studie wurden daher die Auswirkungen der Inhibition von CK1δ durch IC261 auf Mikrotubuli von Interphase- und mitotischen Zellen untersucht.

Material und Methoden: CV1 Zellen, die stabil EYFP-Tubulin expremieren, wurden mit verschiedenen Konzentrationen des CK1δ/ε spezifischen Inhibitors IC261 behandelt und mit Videotimelapse Mikroskopie beobachtet. Weiterhin wurden die Zellen mit IC261 in Kombination mit Mikrotubuli stabilisierenden oder destabilisierenden Agenzien (Taxol bzw. Nocodazol) behandelt. Die Zeitserien wurden mit Bildanalyse quantitativ ausgewertet.

Ergebnisse: IC261 stört konzentrationenabhängig die Dynamik von mitotischen Spindeln und depolymerisiert Spindelmikrotubuli. Bei höheren Konzentrationen wird die Spindel vollständig aufgelöst. Die Wirkung von IC261 ist in wenigen Minuten sichtbar und vollständig reversibel bei Entfernung von IC261. Durch Taxol induzierte Stabilisierung der Mikrotubuli wird der Effekt von IC261 aufgehoben. Mikrotubuli der Interphase werden nur bei hohen Konzentrationen von IC261 depolymerisiert.

Schlussfolgerung: Unsere Untersuchungen zeigen, das CK1δ bei der Spindeldynamik eine wichtige Rolle spielt. Neben klassischen Spindelgiften viel Nocodazol können auch Kinaseinhibitoren - wie IC261 - die Dynamik der Spindel beeinflussen ohne Mikrotubuli von Interphasezellen zu depolymerisieren. Eine Kombinationen von verschiedenen Spindelgiften und CK1 spezifischen Kinaseinhibitoren könnten die Proliferation von Tumorzellen gezielter beeinflusst und daher Anwendung bei neuen Therapiekonzepten finden.