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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Zusammenhang zwischen Finanzierung Evidenz-basierter Studien und Berichterstattung in der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie

Meeting Abstract

  • corresponding author A. Momeni - Chirurgische Universititätsklinik Freiburg, Abteilung Plastische und Handchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • A. Becker - Chirurgische Universititätsklinik Freiburg, Abteilung Plastische und Handchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • H. Bannasch - Chirurgische Universititätsklinik Freiburg, Abteilung Plastische und Handchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • N. Torio-Padron - Chirurgische Universititätsklinik Freiburg, Abteilung Plastische und Handchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • G. Antes - Deutsches Cochrane Zentrum, Freiburg, Deutschland
  • A. Blümle - Deutsches Cochrane Zentrum, Freiburg, Deutschland
  • G.B. Stark - Chirurgische Universititätsklinik Freiburg, Abteilung Plastische und Handchirurgie, Freiburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9518

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch568.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Momeni et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Klinische Forschung in der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie ist insbesondere auch für die Industrie von großem Interesse. Daraus resultierende Interessenskonflikte geraten jedoch immer mehr in die Diskussion. Eine Verzerrung von Studienergebnissen zugunsten der Investoren wird diskutiert. Auch sind häufig sowohl Darstellung der Studiengestaltung wie auch deren Finanzierung wenig transparent.

Material und Methoden: Alle zwischen 1990 und 2005 erschienenen "Randomized controlled trials" (RCT) und "Controlled clinical trials" (CCT) wurden anhand des Cochrane-Algorithmus in vier Fachzeitschriften der Plastischen Chirurgie identifiziert. Anschließend erfolgte die Untersuchung des Einflusses der Studienfinanzierung auf das Studienergebnis.

Ergebnisse: 10476 "Original-Artikel" wurden untersucht. Insgesamt wurden 346 kontrollierte Studien identifiziert (183 RCTs, 163 CCTs). Angaben über die Studienfinanzierung wurden bei lediglich 70 dieser Studien gemacht (20%). Von diesen wurden 42 Studien (60%) durch die Industrie finanziert. Im pharmakologischen Bereich wurden fünfmal mehr Studien durch die Industrie finanziert wie durch öffentliche Einrichtungen (25 vs. 5 Studien). Studien im ästhetisch-chirurgischen Sektor wurden mehr als doppelt so häufig durch die Industrie finanziert (13 vs. 6 Studien). 44 Studien berichteten über ein signifikantes Ergebnis, wobei durch die Industrie finanzierte Studien dies doppelt so häufig taten wie durch öffentliche Einrichtungen finanzierte. Bei durch Privatunternehmen finanzierten Studien fand sich eine 20fach höhere Wahrscheinlichkeit der Berichterstattung zugunsten des untersuchten Produktes.

Schlussfolgerung: Der Verdacht auf einen Einfluss von Investoren auf Studienergebnisse konnte im Rahmen dieser Untersuchung erhärtet werden. Dennoch ist einschränkend festzustellen, dass Angaben hinsichtlich der Studienfinanzierung in der Plastischen Chirurgie noch seltener als in anderen Sektoren der Medizin erfolgen. Daher können repräsentative Schlussfolgerungen nicht abschließend formuliert werden. Eine transparentere Berichterstattung hinsichtlich der Studienfinanzierung und daraus enstehender Interessenskonflikte ist notwendig, um diese Fragestellung präziser untersuchen zu können.