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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Therapie der frühen C4d positiven vaskulären Abstoßung nach Nierentransplantation mit Anti-Thymozytenglobulin-(ATG) Therapie und Plasmapherese

Meeting Abstract

  • corresponding author K.L. Prenzel - Klinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln
  • K.M. Schleimer - Klinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln
  • C. Gurr - Medizinische Klinik IV, Universität zu Köln
  • M. Pollock - Medizinische Klinik IV, Universität zu Köln
  • A.H. Hölscher - Klinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln
  • D.L. Stippel - Klinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9496

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch528.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Prenzel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Alloantikörper vermittelte akute vaskuläre Abstoßung ist einer der Hauptgründe für den Verlust der Transplantatfunktion nach Nierentransplantation. Als Standardtherapie für diese Form der Abstoßung ist die Elimination von spenderspezifischen Antikörpern durch Plasmapherese in Kombination mit i.v. Immunglobulintherapie etabliert. Wir berichten über den Langzeitverlauf von 24 Patienten, die bei akuter vaskulärer Abstoßung eine Kombinationstherapie mit polyklonalem Kanninchen-Anti-Thymozytenglobulin (ATG) und Plasmapherese erhielten.

Material und Methoden: In einer retrospektiven Untersuchung wurden die klinischen Daten von 407 Patienten, bei denen zwischen 1996 und 2006 in unserer Klinik eine Nierentransplantation durchgeführt worden war analysiert. Bei Patienten mit einem Anstieg des Serumkreatinins um über 30% des niedrigsten Wertes erfolgte eine Biopsie des Transplantats. Bei histologischem Nachweis einer akuten vaskulären Abstoßung, wurde mit ATG und Plasmapherese über 10 Tage therapiert. Dabei wurde die ATG-Dosis dem Verlauf der CD3-Lymphozyten angepasst.

Ergebnisse: Bei 24 Patienten (5,9%) wurde eine C4d positive vaskuläre Abstoßung diagnostiziert. Der Kreatininanstieg fand sich im Median am 9. (±1,3) postoperativen Tag. Es kam zu einem signifikanten Rückgang der Kreatininwerte (mg/dl) nach Therapie im Vergleich zu den Kreatininwerten vor der Therapie (4,4±2,1 vs. 6,2±2,1; p<0,0001). Bei drei (12,5%) Patienten kam es im weiteren Verlauf zum Transplantatverlust. Im Langzeitverlauf zeigte sich bei den 21 erfolgreich therapierten Patienten kein signifikanter Unterschied bezüglich des Transplantatüberlebens im Vergleich zu 120 Patienten ohne akute vaskuläre Abstoßung, die während des gleichen Zeitraums transplantiert worden waren.

Schlussfolgerung: Die Kombination aus Plasmapherese und ATG ist eine effektive Therapie der akuten vaskulären Abstoßung bei nierentransplantierten Patienten.