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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Ergebnisqualität in der Nierentransplantation: Determinante Zentrumsgröße?

Meeting Abstract

  • corresponding author M.H.M. Schwarzbach
  • R. Bönninghoff - Chirurgische Universitätsklinik Mannheim
  • J. Weiß - Chirurgische Universitätsklinik Mannheim
  • R. Birk - Nephrologische Universitätsklinik Mannheim
  • P. Schnülle - Nephrologische Universitätsklinik Mannheim
  • S. Post - Chirurgische Universitätsklinik Mannheim

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9309

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch527.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Schwarzbach et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Ergebnisqualität in der Nierentransplantation ist für den Patienten entscheidend für die Wahl des Transplantationszentrums. Ist ein Transplantationszentrum, das am Limit der Mindestmenge transplantiert (25 Nierentransplantationen / Jahr) in der Lage den höchsten Anforderungen der Ergebnisqualität gerecht zu werden?

Material und Methoden: In der Nierentransplantationschirurgie sind klare Indikatoren für die Ergebnisqualität definiert. Zu diesen zählen die Mortalität und Morbidität der Operation, die Transplantatfunktion bei Entlassung und die späten Transplantatfunktionsraten. Um diese Indikatoren an einem Transplantationszentrum das am Limit der Mindestmenge transplantiert, zu bestimmen wurden prospektiv erfasste Daten im Zeitraum 03.06.1989 bis 16.8.2007 analysiert (Transplantationszentrum Mannheim). Durchgeführt wurde eine Kaplan-Meyer-Analyse mit Zensurierung für Tod mit funktionierendem Transplantat.

Ergebnisse: Im Untersuchungszeitraum wurden 384 Nierentransplantationen (143 Frauen und 241 Männer, Altersdurchschnitt 49 Jahre) durchgeführt. Bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 5,5 Jahre (Bereich 1 Tag bis 18,2 Jahre) lag die perioperative Krankenhausmortalität bei 0,5% (2 von 384 Patienten). Die Gesamtmorbidität betrug 17,2% (häufigste Komplikationen: Ureterleck, Hämatom, Wunddehiszenz). In 3,6% (14 Fälle) war eine frühzeitige Nephrektomie erforderlich (9 Abstoßungen, 3 Venenthrombosen, 2 arterielle Verschlüsse). Komplikationen des ableitenden Harntraktes lagen bei 7,3% (28 Fälle) vor. Die Funktionsrate der Transplantate bei Entlassung lagen bei 94,3%. Die 1-, 3- und 5-Jahres Gesamttransplantatfunktionsraten lagen bei 91%, 85% und 76%. Die Ergebnisse in der Lebendnierentransplantation waren nach 1-, 3- und 5-Jahren bezogen auf die Transplantatfunktionsraten mit 97,5, 91,3% und 87% anzugeben. In der postmortalen Ersttransplantation zeigten sich 1-, 3- und 5-Jahres Transplantatfunktionsraten von 92,7%, 88% und 79,2%. Die Mehrfachtransplantation ergab 1-, 3- und 5-Jahres Transplantatfunktionsraten von 78%, 68,8% und 56,2%.

Schlussfolgerung: Im Untersuchungszeitraum ist eine im nationalen und internationalen Vergleich exzellente Ergebnisqualität an einem Transplantationszentrum festzustellen das am Limit der Mindestmenge Nieren überträgt. Daher kann festgestellt werden, dass für die Ergebnisqualität an deutschen Transplantationszentren offensichtlich weitere Faktoren als die Anzahl übertragener Organe pro Jahr maßgeblich sind. Weitere Untersuchungen sind geplant um diese Determinanten (Patientenselektion, perioperatives Management, chirurgische Expertise, interdisziplinäre Zusammenarbeit) zu identifizieren.