gms | German Medical Science

125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Einfluss einer präexistenten Hepatitis C auf das Outcome nach Nierentransplantation

Meeting Abstract

  • corresponding author P. Houben - Kinik und Poliklinik f. Allgemeinchirugie der Universitätsklinik Münster
  • H.H.J. Schmidt - Kinik und Poliklinik f. Allgemeinchirugie der Universitätsklinik Münster
  • N. Senninger - Kinik und Poliklinik f. Allgemeinchirugie der Universitätsklinik Münster
  • J.G. Brockmann - Kinik und Poliklinik f. Allgemeinchirugie der Universitätsklinik Münster

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9643

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch468.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Houben et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Die Rolle der chronischen Hepatitis C (HepC) nach Nierentransplantation (NTx) ist bislang nur unzureichend und teilweise widersprüchlich beschrieben. Diese retrospektive Untersuchung soll dazu beitragen, den Einfluss der HepC auf das Patienten- und Transplantatüberleben nach NTx aufzuklären.

Material und Methoden: Retrospektive Analyse von 1136 (734 m, 402 w) Patienten, die sich zwischen April 1990 und März 2006 einer Gesamtzahl von 1223 Nierentransplantationen unterzogen. Patienten- und Transplantatüberlebensraten wurden mittels Kaplan - Meier Analyse berechnet und im Log-Rank Test verglichen. Quantitative Variablen wurden mit dem Mann-Whitney U-Test verglichen. Für Gruppenvergleiche wurden der Chi-Quadrat und der T-Test verwendet.

Ergebnisse: Zum Zeitpunkt der Transplantation waren 5,9% aller Patienten Hepatitis C positiv (HCV+). Diese Patienten waren zum Zeitpunkt der Transplantation signifikant jünger (41.4 ± 11.2 Jahre vs. 44.8 ± 15.6 Jahre, p = 0,013) und länger dialysepflichtig (66 [0-210] Monate vs. 33 [0-241] Monate, p < 0,001) als Hepatitis C negative (HCV-) Patienten. Bezüglich des Empfängergeschlechtes, Spendergeschlechtes, Spenderalters, der Kaltischämiezeit und der Abstoßungsraten fanden sich keine signifikanten Unterschiede. Das Patientenüberleben war für HCV+ und HCV- Empfänger vergleichbar (mediane Beobachtungsdauer: 79 [0-178] Monate). HCV+ Patienten erlitten häufiger Transplantatverluste (42,9 vs. 27,7 %, p = 0,01). HCV+ Nierenempfänger wiesen vergleichbare Funktionsraten nach Erst-Transplantation (Ein, fünf, und Zehnjahresfunktionsraten: 86,0%, 69,1% und 53,1% vs. 90,1%, 76,8% und 63,2% p = 0,375) und geringere Transplantatfunktionsraten nach Re-Transplantationen (75,9%, 57,9% und 38,6% vs. 85,4%, 75,6% und 62,9% p = 0,023) auf. HCV+ Patienten unterzogen sich 2,4fach häufiger einer Re-Transplantation (p < 0,001). Todesursachen und Gründe für Transplantatverlust wiesen keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen auf.

Schlussfolgerung: In unserem Kollektiv hatte eine präexistente Hepatitis C keine nachteiligen Effekte auf das Überleben nach Nierentransplantation. Die Gründe für ein, vor allem nach Re-Transplantation, vermindertes Transplantatüberleben konnten in dieser Untersuchung nicht identifiziert werden. Vor diesem Hintergrund könnten prospektive Beobachtungsstudien dazu beitragen das Outcome der Nierentransplantation bei diesen Patienten zu verbessern.