gms | German Medical Science

125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Therapie der schweren intra-abdominellen Infektion (SIAI) nach bariatrischen Eingriffen

Meeting Abstract

  • corresponding author S. Kriwanek - Chirurgische Abteilung Rudolfstiftung Wien, Österreich
  • J. Dudczak - Chirurgische Abteilung Rudolfstiftung Wien, Österreich
  • M. Rüthlisberger - Chirurgische Abteilung Rudolfstiftung Wien, Österreich
  • M. Schermann - Chirurgische Abteilung Rudolfstiftung Wien, Österreich
  • R. Roka - Chirurgische Abteilung Rudolfstiftung Wien, Österreich

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch8958

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch374.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Kriwanek et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Schwere intra-abdominelle Infektionen (SIAI) als Komplikationen operativer Eingriffe sind durch eine hohe Letalität gekennzeichnet. Ziel unserer Untersuchung war es zu analysieren, welchen Verlauf diese Infektionen in der Gruppe der bariatrisch operierten Patienten nehmen.

Material und Methoden: An der chirurgischen Abteilung Rudolfstiftung Wien wurden von 2001 bis 2007 614 Patienten wegen eines morbiden Übergewichts operativ behandelt. Folgende Verfahren wurden eingesetzt: Bandimplantationen 234, Sleeve Gastrektomien 64, Magenbypass 301, bilio-pankreatische Diversion 15 (108 Revisionseingriffe).Bei 8 Patienten (1.3%) traten postoperativ SIAI (1 mal nach Bandimplantion, 5 mal nach Magenbypass, 2 mal nach bilio-pankreatischer Diversion) auf. Weitere 3 Patienten (1 mal nach Sleeve Gastrektomie, 2 mal nach Magenbypass) wurden von auswärtigen Abteilungen mit einer SIAI transferiert. Ursache der SIAI waren 8 mal Anastomosendehiszenzen, 2 mal Perforationen, 1 mal Klammernahtleckagen und 2 mal intra-abdominelle Abszesse. Alle Patienten wurden mit mindestens einem Organversagen auf der Intensivstation behandelt;9 (82%) entwickelten ein mehr Organversagen (MOV).Bei 6 von 11 Patienten (55%) war ein Revisionseingriff (Magenbypass oder BPD nach Magenband oder vertikaler Gastroplastik) durchgeführt worden.Die Komplikationen wurden je nach Situation mittels Übernähen von Perforationen oder Leckagen (2), Resektion und Neuanlage von Anastomosen (2) oder Implantationen von coated Stents bei Dehiszenzen der Gastro-jejunostomien (7) behandelt. Wegen des Ausmaßes der SIAI war in 9 Fällen eine offene Abdominalbehandlung mit VAC System notwendig

Ergebnisse: 4 Patienten (36%) verstarben infolge des nicht reversiblen MOV. Die Patienten, die die SIAI überlebten, erreichten nach Rekonstruktion der Bauchdecken eine gute Lebensqualität und erfolgreiche Gewichtsreduktionen

Schlussfolgerung: Die SIAI stellt eine außerordentlich gefährliche Komplikation nach bariatrischen Eingriffen dar. Trotz des Einsatzes eines breiten Spektrums chirurgischer und intensivmedizinischer Maßnahmen ist mit einer Letalität von über 30% zu rechnen.