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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Der Stellenwert der Selbsthilfegruppe in der prae- und postoperativen Phase der chirurgischen Therapie der morbiden Adipositas

Meeting Abstract

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  • C. Calderon - Chirurgische Klinik, Evangelisches und Johanniter Klinikum Niederrhein
  • J. Erhard - Chirurgische Klinik, Evangelisches und Johanniter Klinikum Niederrhein
  • corresponding author M. Schlensak - Chirurgische Klinik, Evangelisches und Johanniter Klinikum Niederrhein

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9178

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch373.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Calderon et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Durch die hohe Inzidenz der morbiden Adipositas steigt die Anzahl der durchgeführten Operationen in Deutschland zunehmend. Eine Vielfalt an Informationen und auch Illusion strömt durch unterschiedliche Medien wie Internet, Fernsehen, Printmedien und persönliche Gespräche auf die Patienten ein. Dabei kommt es häufig zu einer Überschätzung der zu erwartenden Zielpunkte – Reduktion des Übergewichts, Verringerung der Co-morbidität, Verbesserung der Lebensqualität- und zu einer Unterschätzung der Operationsrisiken.

Material und Methoden: Seit 2002 bieten wir an unterschiedlichen Tagen Treffen der Selbsthilfegruppen an. 1/2007 ist eine late night Gruppe für berufstätige Patienten hinzu gekommen. Es nehmen etwa 30 Patienten pro Stunde teil. Die Moderation erfolgt durch operierte Patienten. Zu Beginn findet jeweils ein kurzer Vortrag eines Arztes, Physiotherapeuten oder Diätassisten des Adipositas Netzwerkes statt, der dann auch für entsprechende Fragen zur Verfügung steht.Ein Adipositas-Forum besteht als Internet- Plattform für einen regelmäßigen Austausch seit 8/2006 und wird zur Zeit von 950 registrierten Usern und vielen Gästen etwa 60000/ Monat angeklickt.Jeder aktuell operierte Patient hat einen Paten aus der Gruppe, der die Betreuung während des stationären Aufenthaltes und darüber hinaus unterstützt.

Ergebnisse: Die im Rahmen der Adipositastherapie geforderte Mitwirkungspflicht der Patienten hat sich durch die Einbindung in die Gruppe deutlich gebessert. Sport- und Freizeitangebote werden wesentlich besser koordiniert. Bisher aufgrund des Übergewichtes bisher ausgegrenzte Patienten werden aufgrund der Gruppendynamik besser in die Gesellschaft integriert.Die Motivation zum postoperativen follow-up steigt durch die Anbindung deutlich.

Schlussfolgerung: Die Selbsthilfegruppe ist ein wertvolle Baustein der Adipositastherapie und verbessert die Motivation der Patienten in prae- und postoperativ deutlich. Nutzen und Risiken der Operation werden durch Vorträge und Diskussion realistisch eingeschätzt.