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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

HIF1α-Expression im FFPE-Gewebe aus Weichteil-Sarkomen: Signifikante Bedeutung für Prognose, histopathologische Differentialdiagnose und Co-Expression verschiedener Angiogenesemarker

Meeting Abstract

  • corresponding author A.C. Hoffmann - Department of Biochemistry and Molecular Biology and Norris Comprehensive Cancer Center, University of Southern California, Los Angeles, CA, USA
  • K.D. Danenberg - Response Genetics Inc., Los Angeles, CA, USA
  • P.V. Danenberg - Department of Biochemistry and Molecular Biology and Norris Comprehensive Cancer Center, University of Southern California, Los Angeles, CA, USA
  • P. Würl - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der Universität Ulm, Ulm, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9765

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch335.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Hoffmann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Maligne Tumore des Weichteilgewebes können vor allem in höheren Tumorstadien eine sehr ähnliche Histomorphologie haben. Seit einiger Zeit gibt es daher die Forderung mit Hilfe von Expressionsanalysen Tumoren besser klassifizieren zu können als dies die histopathologische Begutachtung zulässt. Weiterhin besteht die Notwendigkeit neue Wirkstoffe zu finden die bei Sarkomen effektiv, spezifisch und mit geringer Toxizität eingesetzt werden können. Insbesondere durch die vielversprechenden Ergebnisse von Imatinib bei GIST-Tumoren liegt zurzeit besonderes Augenmerk auf Genen aus dem Angiogenese-Signaltransduktionsweg. Der Zweck dieser Pilotstudie war es durch die Analyse von HIF1α (Hypoxia-inducible factor 1 alpha) und anderen Angiogenesemarkern Expressionsmuster bei Malignen Fibrösen Histiozytomen und Neurogenen Sarkomen zu erhalten.

Material und Methoden: Es wurden 44 Patienten mit einem medianen Alter von 57 Jahren mit Malignen Fibrösen Histiozytomen (MFH, 18/44, 40,9 %) oder Neurogenen Sarkomen (NS, 26/44, 59,1 %) in die Studie eingeschlossen. Für die Expressionsanalyse wurden nach pathologischer Begutachtung NFR gefärbte Gewebeschnitte angefertigt die es erlaubten durch Laser-gestützte Mikrodissektion unter Umgehung von Normalgewebe gezielt Gewebe aus der Tumormasse zu gewinnen. Aus diesem Gewebe wurde dann mittels einer auf Phenol-Chloroform-Isoamyl basierenden Lösung RNA isoliert um diese dann über den Schritt der reversen Transkriptase (RT) in cDNA umzuschreiben und mit Hilfe von Polymerasekettenreaktion (polymerase chain reaction, PCR) nachzuweisen.

Ergebnisse: Bei allen Patienten konnte eine Expressionsanalyse durchgeführt werden. Der Rangkorrelationstest nach Spearman wurde benutzt um Beziehungen zwischen HIF1α und anderen Angiogenesemarkern zu evaluieren. Dabei zeigte sich eine signifikante Korrelation mit VEGF-A (p = 0,02, <0,05), VEGF-C (p = 0,00004), VEGFR-1 (p = 0,009), PDGFR-A (p = 0,0006) und HB-EGF (p = 0,002). Obwohl PDGF-A signifikant zu HB-EGF korreliert war (p = 0,0006) zeigte die Beziehung zu HIF1a nur eine Tendenz zur Signifikanz (p = 0.08). Univariate Analysen zeigten dass die Expressionshöhe von HIF1α zwischen MFH und NS signifikant unterschiedlich war (median: 3,5030 vs. 1,2974, p < 0,001). Mittels COX-Hazard-Regressionsanalyse unter Verwendung der klinischen Faktoren (Alter, UICC-Stadium, pT und pN) konnte die HIF1α Expression als unabhängiger Prognosefaktor bestätigt werden (Gesamt: p = 0,01).

Schlussfolgerung: Diese Pilotstudie legt den Schluss nahe dass der Expression von HIF1α bei MFH und NS eine entscheidende Bedeutung zukommen könnte. Die HIF1α Expression war signifikant höher bei MFH als bei NS, dies könnte als Zusatzinformation für die histopathologische Begutachtung dienen. Multivariate Regressionsanalysen ergaben zumindest in diesem Patientenkollektiv dass HIF1α ein unabhängiger Prognosefaktor bei Sarkomen des Weichteilgewebes sein könnte. Eine Studie mit größerer Fallzahl und entsprechender Nachbeobachtungszeit scheint gerechtfertigt um diese Hypothese zu überprüfen.