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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Präoperativer Calcitonin-Spiegel ist prädiktiv für Tumorstadium und Lymphknotenmetastasen beim medullären Schilddrüsenkarzinom

Meeting Abstract

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  • corresponding author E. Schellhaas - Chirurgische Klinik I, Charité Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • C. König - Chirurgische Klinik I, Charité Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • H.J. Buhr - Chirurgische Klinik I, Charité Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland
  • H.G. Hotz - Chirurgische Klinik I, Charité Campus Benjamin Franklin, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9010

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch264.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Schellhaas et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das medulläre Schilddrüsenkarzinom (MTC) macht etwa 5-10% der malignen Schilddrüsentumoren aus. Da Calcitonin normalerweise nur in den C-Zellen der Schilddrüse produziert wird, kann man es als Tumormarker für das MTC verwenden. Herausragenden Stellenwert hat es in der Diagnose okkulter Metastasen nach Primäroperation, da ein erhöhter oder steigender Calcitonin-Spiegel auf noch vorhandene Tumorzellen hinweist. Wie aber sieht es bei der Primärdiagnostik eines MTC aus? Kann man anhand des präoperativen Calcitonin-Spiegels eine Aussage über das Tumorstadium treffen?

Material und Methoden: Seit 1994 wurden 62 Patienten (29 männlich, 33 weiblich) aufgrund eines MTC oder einer C-Zell-Hyperplasie in unserer Abteilung primär operiert. Bei 27 dieser Patienten (9 männlich, 8 weiblich) erfolgte die Operation „prophylaktisch“ aufgrund einer nachgewiesenen Mutation im RET-Protoonkogen oder eines im Familienscreening gefundenen erhöhten Calcitoninspiegels. Bei allen Patienten erfolgte eine Thyreoidektomie mit Ausräumung des zentralen Kompartments beidseits. Der Altersmedian bei Primäroperation lag bei 41 Jahren (Alterbereich 4 bis 85 Jahre). Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen dem präoperativen Calcitonin-Spiegel und dem Tumorstadium. Angaben zu diesen Parametern lagen bei insgesamt 47 Patienten vor.

Ergebnisse: Bei den 5 Patienten, die lediglich an einer C-Zell-Hyperplasie litten, lag der präoperative Calcitonin-Spiegel im Median bei 24 ng/l (3 bis 34 ng/l). Patienten mit T1-Tumoren (n = 22) hatten ein medianes Calcitonin von 108 ng/l (22 bis 1000 ng/l), Patienten mit T2-Tumoren (n = 12) von 1000 ng/l (106 bis 1136000 ng/l). Die Patientin mit T3-Tumor hatte gleichzeitig Fernmetastasen (Calcitonin 1200000 ng/l). Bei Patienten mit T4-Tumoren (n = 5) lag das Calcitonin bei 1000 ng/l (119 bis 5100 ng/l). Unterschiede zeigten sich auch bezüglich der N-Kategorie: Patienten ohne Lymphknotenmetastasen im zervikozentralen Kompartment (n = 30) hatten im Median einen Calcitonin-Spiegel von 93 ng/l (3 bis 1000000 ng/l), bei nodal positiven Patienten (n = 17) lag der Spiegel bei 1000 ng/l (106 bis 1200000 ng/l). Tabelle 1 [Tab. 1] fasst die Ergebnisse nach T- und N-Stadien aufgeschlüsselt zusammen:

Schlussfolgerung: Auch vor der Primäroperation hat die Calcitonin-Bestimmung (die aus dem postoperativen Follow-up nicht mehr wegzudenken ist) bei Verdacht auf MTC ihren Stellenwert. Der präoperative Calcitonin-Spiegel hat prognostische Bedeutung sowohl bezüglich des T-Stadiums als auch bezüglich der lokoregionären Lymphknotenmetastasierung. Dies gilt unabhängig davon, ob es sich um ein sporadisches oder ein hereditäres MTC handelt.