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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Appendixkarzinoid als Zufallsbefund beim Jugendlichen – zwei Fallberichte

Meeting Abstract

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  • corresponding author M.K. Weiß - Abteilung für Kinderchirurgie der Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg
  • C.M. Meier - Abteilung für Kinderchirurgie der Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg
  • M. Schilling - Abteilung für Kinderchirurgie der Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9562

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch239.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Weiß et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Beim Karzinoid handelt es sich um einen neuroendokrinen Tumor, ausgehend von den enterochromaffinen Zellen des APUD-Systems, der meist langsam wächst und zur Metastasierung fähig ist. 85% der Karzinoide sind im Magen-Darm-Trakt lokalisiert, hiervon wiederum ca. 50% in der Appendix. Trotz der Seltenheit stellt das Appendix-Karzinoid das häufigste Neoplasma des Gastrointestinaltraktes bei Kindern und Jugendlichen dar. Die Inzidenz bei Kindern beträgt laut Literatur 1 auf 100 000/ Jahr.

Material und Methoden: Wir berichten über zwei Fälle, bei denen ein Appendixkarzinoid als Zufallsbefund entdeckt wurde.

Fall 1: Es handelte sich hierbei um ein 15-jähriges Mädchen, das, aufgrund therapieresistenter abdomineller Schmerzen ohne typische klinische Zeichen für eine Appendizitis, einer diagnostischen Laparoskopie zugeführt und im Rahmen dieser appendektomiert wurde. Postoperativ zeigte sich die Patientin beschwerdefrei.

Fall 2: Hier handelte es sich um einen 17-jährigen jungen Mann mit Morbus Crohn. Bei therapierefraktärer und relevanter Stenose mit narbiger Verziehung der Ileocoecalklappe und des Coecums erfolgte die Ileocoecalresektion sowie die Entfernung zweier weiterer relevanter Dünndarm-Stenosen. Der Patient war postoperativ beschwerdefrei. Im Resektat fand sich ebenfalls ein Appendixkarzinoid.

Ergebnisse: Die histopathologische Untersuchung bei der ersten Patientin ergab den Befund einer entzündungsfreien Appendix vermiformis mit neurogener Hyperplasie im Bereich der Appendixspitze sowie das 3 mm durchmessende Appendixkarzinoid. Die Untersuchung des Präparates des zweiten Patienten zeigte im Bereich der fibrös-obliterierten Appendixspitze ein weniger als 5 mm durchmessendes Karzinoid. Somit ergab sich, aufgrund der geringen Größe beider Befunde, keine weitere Therapienotwendigkeit im Sinne einer weiteren chirurgischen Resektion.

Schlussfolgerung: Das Appendixkarzinoid stellt eine selten vorkommende Neoplasie des Gastrointestinaltraktes im Kindesalter dar. Dennoch kommt es bei Kindern und Jugendlichen häufiger zur Symptomatik einer akuten Appendizitis aufgrund eines Karzinoids der Appendix als im Erwachsenenalter. Im Kindesalter ist das Karzinoid meist an der Appenidixspitze lokalisiert und ist kleiner als 1 cm. Bei rechtzeitiger operativer Therapie, im Ausmaß abhängig von Tumorgröße, Lokalisation in der Appendix, Beziehung zur Umgebung und möglicher Infiltration, besteht eine gute Prognose.