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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Dorsoventrale Fusion bei degenerativen Lendenwirbelsäulenveränderungen mittels TLIF - Ein modernes Verfahren nicht ohne Tücken

Meeting Abstract

  • corresponding author H.J. Riesner - Klinik für Unfallchirurgie, Wiederherstellungs- und Plastische Chirurgie Universität Leipzig, Leipzig, Deutschland
  • S. Katscher - Klinik für Unfallchirurgie, Wiederherstellungs- und Plastische Chirurgie Universität Leipzig, Leipzig, Deutschland
  • TH. Blattert - Klinik für Unfallchirurgie, Wiederherstellungs- und Plastische Chirurgie Universität Leipzig, Leipzig, Deutschland
  • CH. Josten - Klinik für Unfallchirurgie, Wiederherstellungs- und Plastische Chirurgie Universität Leipzig, Leipzig, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch8968

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch199.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Riesner et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Chronische Schmerzen bei degenerativen Veränderungen oder Instabilitäten der Lendenwirbelsäule (Osteochondrosen, Pseudo-, Spondylolisthesen, Spinalkanalstenosen) können durch dorsoventrale Fusionen effektiv behandelt werden. Ein neueres Verfahren stellt die einzeitige Instrumentierung von dorsal gepaart mit der transforaminalen intervertebralen Cageinterposition (TLIF = Transforaminal Lumbar Interbody Fusion) alternativ zu anderen Verfahren dar. Bei grundsätzlich einfachem Handling sollen jedoch die intraoperativen Erfahrungen sowie Komplikationen aufgezeigt werden.

Material und Methoden: Seit Einführung des TLIF-Verfahrens wurden die aufgetretenen intraoperativen Erfahrungen mit dem Tanatal-Cage TM 300 (Fa. Zimmer) in Kombination mit der dorsalen Instrumentierung (USS II, Fa. Synthes) gesammelt und ausgewertet. Die Indikation - 3 x Spinalkanalstenosen, 1 x Pseudo- und 2 x Spondylolisthesen, 1 x Osteochondrose - zur dorsoventralen Fusion wurde bei 9 Patienten (6 w, 3 m, Ø 63 Jahre (50-73)) gestellt, in 7 Fällen konnte das geplante Verfahren durchgeführt werden, bei 2 Patienten musste bei zu geringer Resthöhe der Bandscheibe auf eine dorsolaterale Fusion ausgewichen werden.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 9 Segmente, 5 Patienten mit 1, 2 mit 2 Segmenten dorsoventral fusioniert. Die Höhe L4/5 überwog mit 6 Instrumentierungen, gefolgt von L3/4 (2x) und L5/S1 (1x). TM 300 Cages mit 9 mm Höhe wurden 6 x, 7 mm 1 x sowie 11 mm ebenso 1 x implantiert. Die durchschnittliche Operationszeit betrug 182 Minuten (129 – 251 min). Folgende intraoperativen Komplikationen traten auf: 2 Pedikelschraubenausbrüche erforderten eine Verlängerung der Spondylodesestrecke beim dorsalem Distraktionsversuch auf der Implantationsseite des Cages, ein Duraleck bei simultaner Laminektomie sowie eine Fehlplatzierung des Cages bei Spondylolysthese L5/S1. Als wichtig erwies sich eine saubere Präparation der Implantationspforte, eine ausreichend nach ventral reichende Diskektomie und eine behutsame Distraktion des Bandscheibenfachs. Im Level L5/S1 stören die zuvor eingebrachten Pedikelschrauben den Insertionsweg und können zur Fehlimplantation des Cages führen. Der Insertionswinkel in Abhängigkeit des Segmentes ist unbedingt zu beachten.

Schlussfolgerung: Die intervertebrale Implantation des TLIF-Cages TM 300 bei dorsoventraler Fusion der LWS ist unter Beachtung wichtiger Aspekte ein technisch einfach zu erlernendes Verfahren, das bei einzeitigem Vorgehen ohne große Komorbidität (Beckenkammspan) zur suffizienten Stabilisierung degenerativ veränderter LWS-Segmente führt. Es erfordert jedoch eine Resthöhe des Bandscheibenfaches (> 5 mm), eine behutsame Distraktion, saubere Präparation und segmentadaptierte Variationen der dorsalen Instrumentierung.