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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Erfolgreiches Management intrathorakaler Ösophagusperforationen mittels endoskopischer Stent-Implantation sowie chirurgischer Therapie perforationsbedingter septischer Komplikationen

Meeting Abstract

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  • corresponding author M. Schweigert - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchiurgie, Klinikum Nürnberg Nord, Nürnberg
  • D. Kraus - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchiurgie, Klinikum Nürnberg Nord, Nürnberg
  • C.-T. Germer - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchiurgie, Klinikum Nürnberg Nord, Nürnberg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9616

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch187.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Schweigert et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die spontane Ösophagusperforation infolge heftigen Erbrechens wurde erstmals 1724 durch Herman Boerhaave beschrieben. Zusammen mit der traumatischen und iatrogenen Ösophagusperforation stellt sie im chirurgischen Alltag eine insgesamt seltene Notfallsituation mit erheblicher Morbidität und Mortalität dar. Die Diagnosestellung ist aufgrund unspezifischer Frühsymptome häufig problematisch und verzögert. Die Therapie wird kontrovers diskutiert. 1947 wurde von N. Barrett die erste erfolgreiche chirurgische Therapie beschrieben. Während seitdem operative Verfahren mittels Ösophagusnaht mit Lappenplastiken (Zwerchfell) oder gar die Ösophagusresektion favorisiert wurden, treten in den letzten Jahren zunehmend konservative Therapieansätze in den Vordergrund. Wir haben daher ab 2004 unser Behandlungskonzept geändert und die endoskopische Stent-Implantation als Primärtherapie übernommen. Behandlungskonzept und Ergebnisse sollen in dieser Arbeit dargestellt werden.

Material und Methoden: Im Zeitraum 01/2004 bis 08/2007 wurden in unserer Klinik 13 Patienten mit einer Perforation des thorakalen Ösophagus behandelt. Hierbei handelt es sich um 7 Patienten mit einem Boerhaave-Syndrom (54%), 4 iatrogene Perforationen (31%) sowie 2 traumatische Perforationen (15%). 10 der 13 Patienten erhielten umgehend nach Diagnosestellung einen endoskopisch platzierten selbstexpandierenden Stent und wurden anschließend intensivmedizinisch betreut mit parenteraler Ernährung und Antibiose. Perforationsbedingte septische Komplikationen wurden operativ therapiert.

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 70 Jahre. Ein Pleuraempyem entwickelten 9 Patienten (69%), eine Mediastinitis 2 (15%). Bei 6 der 13 Patienten wurde ein Pleuraempyem thorakoskopisch oder über einen offen-chirurgischen Zugang ausgeräumt. Dabei mussten 4 Patienten zweifach operiert werden. Bei 2 Patienten wurde eine zervikale Mediastinotomie bei Mediastinitis durchgeführt. Die Mortalität betrug 15,4% (2/13). Bei den übrigen 11 Patienten (84,6%) konnte ein guter Therapieerfolg mit radiologischer und klinischer Ausheilung der Perforation erzielt werden.

Schlussfolgerung: Das Behandlungskonzept mit primärer endoskopischer Stent-Implantation sowie chirurgischer Therapie septischer perforationsbedingter Komplikationen ist sicher und im hohen Prozentsatz erfolgreich. Die Ziele der primären operativen Therapie (Verschluß der Perforation und Drainage der kontaminierten Pleurahöhle/Mediastinum) können ebenso erreicht werden ohne Anstieg der Mortalität.