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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Thyreoidektomie als Standardtherapie bei Morbus Basedow

Meeting Abstract

  • corresponding author P.F. Alesina - Klinik für Chirurgie und Zentrum für minimal invasive Chirurgie, Kliniken Essen-Mitte, Essen, Deutschland
  • A.K. Eckstein - Augenklinik, Uniklinikum Essen, Essen, Deutschland
  • K.H. Albrecht - Klinik für Chirurgie und Zentrum für minimal invasive Chirurgie, Kliniken Essen-Mitte, Essen, Deutschland
  • M.K. Walz - Klinik für Chirurgie und Zentrum für minimal invasive Chirurgie, Kliniken Essen-Mitte, Essen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9295

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch135.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Alesina et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die chirurgische Therapie der Basedow-Krankheit ist kontrovers. Alternative Verfahren sind die subtotale Schilddrüsenresektion und die Thyreoidektomie. Wir berichten über unsere Erfahrung mit der radikalen Operationstechnik bei der Basedow-Krankheit.

Material und Methoden: Im Zeitraum von November 1999 bis September 2007 wurden in unserer Klinik 337 Patienten (59 Männer, 278 Frauen; Alter: 44 ± 12 Jahren; Spanne: 18-83 Jahren) mit der Diagnose eines Morbus Basedows operiert. In 5 Fällen handelte es sich um einen Rezidiveingriff. Bei allen Patienten wurde prä- und post-operativ eine direkte Laryngoskopie zur Dokumentation der Stimmbandfunktion durchgeführt. Operationszeit und postoperative Komplikationen wurden prospektiv erfasst.

Ergebnisse: Die Thyreoidektomie war die Standardtherapie und wurde bei 323 Patienten (96%) angewendet. In 9 Fällen wurde eine subtotale Schilddrüsenresektion (3%) durchgeführt. Von den 5 Patienten mit Rezidiv-Basedow erhielten 4 eine Hemithyreoidektomie und einer eine Knotenexcision. Bei 99 Patienten (29%) wurde ein minimal-invasives video-assisitiertes Vorgehen gewählt (MIVAT). Die mittlere OP-Zeit betrug 103±43 Minuten (Spanne: 20-220 Minuten). Das Neuromonitoring wurde bei 39 (13%) Operationen benutzt. Intraoperativ wurde die ortothope Autotransplantation einer Nebenschilddrüse bei 37 Patienten (11%) durchgeführt. Die mittlere Verweildauer belief sich auf 2,5 Tage (Spanne: 1-9). Eine Redon-Drainage wurde in 219 (65%) der Fälle eingelegt. Der histologische Befund zeigte zufällig ein papilläres Schilddrüsenkarzinom bei 8 Patienten (2%). Die postoperativen Komplikationen waren eine vorübergehende Hypokalzämie bei 28 Patienten (8%), 11 davon erhielten eine Vitamin D Therapie (3%), eine passagere Recurrensparese bei 4 Patienten (0,6% der „Nervs at Risk“), und eine permanente Recurrensparese bei zwei Patienten (0,3% der „Nervs at Risk“). Eine revisionswürdige Nachblutung bestand bei 8 Patienten (2%). Kein Patient entwickelte eine Rezidivhyperthyreose.

Schlussfolgerung: Die Thyreoidektomie bei Morbus Basedow kann bei entsprechender Expertise sicher durchgeführt werden. Im Hinblick auf die Vermeidung der Rezidivhyperthyreose ist sie die Methode der Wahl.