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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Mortalität in der Schilddrüsenchirurgie

Meeting Abstract

  • corresponding author S. Stocks - Klinik für Allgemein-, Endokrine-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie; Lukaskrankenhaus Neuss
  • H. Böhner - Klinik für Allgemein-, Endokrine-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie; Lukaskrankenhaus Neuss
  • B.J. Lammers - Klinik für Allgemein-, Endokrine-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie; Lukaskrankenhaus Neuss
  • K. Schwarz - Klinik für Allgemein-, Endokrine-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie; Lukaskrankenhaus Neuss
  • P.E. Goretzki - Klinik für Allgemein-, Endokrine-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie; Lukaskrankenhaus Neuss

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9401

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch131.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Stocks et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bisher gibt es kaum Studien, insbesondere mit größeren Patientenkollektiven, die Daten über die Mortalität in der Schilddrüsenchirurgie zeigen. Nur Mortalitätsangaben von ausgewählten geriatrischen Patienten und Patienten mit intrathorakalen Strumen liegen vor.

Material und Methoden: Wir wollten in einer 5-jährigen retrospektiven Studie an allen 2088 Patienten mit Schilddrüsenoperationen die Letalität und mögliche Ursachen ermitteln.

Ergebnisse: Die perioperative Mortalität bei Patienten unter 60 Jahren mit benigner Struma (n=1768) lag bei 0%. Bei Patienten zwischen 60 und 80 Jahren (n=1361) stieg die Mortalität auf 0,23% an. Patienten über 80 Jahre (n=23) wiesen eine Mortalität von 16,67% auf. 2 von 3 Patienten die perioperativ verstarben waren 87 Jahre alt, ein Patient verstarb im Alter von 61 Jahren. Eine 87 jährige Patientin verstarb an einer kardialen Dekompensation bei III°iger Re-Re-Rezidivstruma und präoperativer beidseitiger Recurrensparese mit Notfalleingriff wegen Asphyxie. Ein 87jähriger Patient verstarb an einer thyreotoxischen Krise, ein 61 Jähriger an einer Lungenembolie. Von 320 Patienten mit Schilddrüsenkarzinomen verstarben 3 perioperativ. Die Operationsindikationen waren lokoregionale Rezidive eines follikulären Karzinoms mit präoperativer multipler Metastasierung. Todesursache in allen 3 Fällen war kardiale Dekompensation. Die Mortalität der Patienten bei unter 70-Jährigen (n=294) lag bei 0,34% und stieg bei den über 70-jährigen Patienten (n=26) auf 7,96% an.

Schlussfolgerung: Die ausgedehnte Indikationsstellung zur Schilddrüsenchirurgie auch für Patienten mit Notfallsituationen (mechanische, funktionelle) zeigt, dass Patienten mit multipler Komorbidität ein erhöhtes vitales Operationsrisiko aufweisen, das dem Patienten dargestellt werden muss.

Tabelle 1 [Tab. 1]