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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

PHOX2B-Mutationen im Neuroblastom: Analyse von 69 Patienten

Meeting Abstract

  • corresponding author A. Serra - Klinik für Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Dresden, Dresden, Deutschland
  • B. Häberle - Klinik für Kinderchirurgie, Ludwig-Maximillian Universität, München, Deutschland
  • R. Kappler - Klinik für Kinderchirurgie, Ludwig-Maximillian Universität, München, Deutschland
  • H.K. Schackert - Abteilung Chirurgische Forschung, Universitätsklinikum Dresden, Dresden, Deutschland
  • D. Roesner - Klinik für Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Dresden, Dresden, Deutschland
  • G. Fitze - Klinik für Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Dresden, Dresden, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch8802

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch110.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Serra et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Neuroblastome sind die häufigsten soliden Tumoren im Kindesalter, jedoch wurde noch kein sicherer genetischer Hintergrund für ihre Genese nachgewiesen. Das PHOX2b-Gen ist Teil eines komplexen Systems, das für die Regulierung der Entwicklung autonomer Neurone verantwortlich ist. Keimbahnmutationen in diesem Gen sind kausal mit der Ausprägung eines Kongenitalen Zentralen Hypoventilationsyndroms assoziiert. Darüber hinaus wurde das PHOX2b als Kandidatengen für die Entstehung von Tumoren betrachtet, die von der Neuralleiste abstammen.

Material und Methoden: Um die Bedeutung von Mutationen und Polymorphismen im PHOX2b-Gen für die Genese von Neuroblastomen abzuschätzen, haben wir die gesamte kodierende Region des Gens in 69 Tumoren und 21 genomischen DNA Proben durch direkte DNA Sequenzierung untersucht. 130 gesunde Blutspender dienten als normalen Kontrollen. Zusätzlich wurden 9 Neuroblastom-Zelllinien als positiv-Kontrollen untersucht.

Ergebnisse: In einer Neuroblastom-Zelllinie (Vi-856) wurde eine Deletion im Exon 3 (c.715_738del23) nachgewiesen, die zu einem Frameshift führt. Eine weitere Mutation im Codon 870 (c.870C>A) wurde in drei Tumoren beobachtet, welche aber keinen Aminosäureaustausch bedingt. Keine der beiden Mutationen ist in der Kontrollpopulation gefunden worden (p= 0.045). Außerdem wurde ein neuer Polymorphismus im Intron 1 (IVS1-114G>A) identifiziert. Das IVS1-114A-Allel beobachteten wir dabei in den Nuroblastom-Zelllinien mit einer Frequenz von 54,5 % und in der Kontrollpopulation mit 28,8 %, was eine signifikante Assoziation mit dem Neuroblastom impliziert (χ2: 17,30, p<0.001). Dagegen fanden wir es in allen Tumoren nur mit einer Frequenz von 18,8 % (χ2: 2,236, p = 0.327). Weitere bereits bekannte Polymorphismen (c.552C>T, c.733-747del14 und c.639C>G) zeigten keine signifikanten Frequenzabweichungen in den Tumoren, genomischen DNA-Proben oder Zelllinien im Vergleich zur Normalbevölkerung.

Schlussfolgerung: In unserer Studie konnten wir nur in 3 von 69 Neuroblastomen und 2 von 9 Neuroblastom-Zelllinien eine Mutation im PHOX2b-Gen nachweisen. Außerdem fanden wir eine nur schwache Assoziation von Polymorphismen dieses Gens mit dem Neuroblastom. Daher schlussfolgern wir, dass Alterationen des PHOX2b-Gens keine wesentliche Bedeutung für die Genese des Neuroblastoms haben.