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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Akute Lebensgefahr bei Infektion von Aortenprothesen

Meeting Abstract

  • corresponding author R. Shayesteh-Kheslat - Universitätsklinik des Saarlandes, Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie
  • M. Schilling - Universitätsklinik des Saarlandes, Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie
  • D. Kreißler-Haag - Universitätsklinik des Saarlandes, Klinik für Allgemeine Chirurgie, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9608

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch098.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Shayesteh-Kheslat et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Spätinfektionen nach Aortenprothese verlaufen oft latent mit Inappetenz, (sub-)febrilen Temperaturen und rezidivierendem Schüttelfrost. Sehr selten kommt es im Rahmen der Infektion zur Hämorrhagie, die dann schnell einen akut lebensbedrohlichen Zustand herbeiführen kann.

Material und Methoden: Wir berichten über 5 Patienten mit einer lebensbedrohlichen Blutung bei Infektion einer Aortenprothese.

Ergebnisse: In den letzten 5 Jahren wurden 5 Patienten im mittleren Alter von 57 Jahren bei Hämorrhagie bei Spätinfekt einer Aortenprothese operiert. Die Prothesen wurden im Durchschnitt vor 10 Jahren implantiert. Bei 3 männlichen Patienten lag eine protheto-duodenale Fistel vor. Im Rahmen der Abklärung einer gastrointestinalen Blutung fand sich bei allen Patienten ein Ulcus in der Pars III des Duodenums mit durchschimmernder Aortenprothese. Bei 2 weiblichen Patienten kam es zu einer sehr seltenen protheto-ureteralen Fistel. Bei den Frauen bestand eine Hb-relevante Makrohämaturie. Die Diagnostik dieser Fistel war kompliziert. Bei allen Patienten erfolgte die zügige operative Versorgung mit Prothesenausbau und Implantation einer Silberprothese nach Debridement und Spülung des Prothesenlagers, Versorgung der Perforationsstelle an Duodenum oder Ureter, die Abstrichentnahme sowie die Bildung einer Netzplombe zur Deckung der neuen Prothese.1 Patient mit protheto-duodenaler Fistel ist intraoperativ im kardiogenen Schock verstorben. Die anderen Patienten haben den Eingriff überlebt. Bislang besteht kein Anhalt für einen Re- Infekt der Prothese.

Schlussfolgerung: Spätinfektionen nach Aortenprothese sind selten. Die Kombination von Fieberschüben und gastrointestinaler Blutung oder einer Makrohämaturie und der Zustand nach Implantation einer Aortenprothese sollte differentialdiagnostisch an eine Komplikation der Aortenprothese denken lassen. Die Notfallsituation mit Hämorrhagie erfordert die Notfalloperation, die außer der zügigen Blutstillung auch die Infektsanierung mit Prothesenwechsel erforderlich macht.