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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Signifikante Reduktion der Blasen- und Sexualfunktionsstörungen durch nervenschonende Hydrojetdissektion bei der TME

Meeting Abstract

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  • corresponding author A. Arndt - Asklepios Klinik Barmbek, Hamburg, Deutschland
  • E. Gross - Asklepios Klinik Barmbek, Hamburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9379

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch069.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Arndt et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Nach der TME im Rahmen einer Rektumresektion, insbesondere nach sehr tiefer Resektion treten häufiger passagere Harnblasen- und dauerhafte Sexualfunktionsstörungen auf, wenn die autonomen Nerven nicht gezielt geschont werden. Mit der Hydrojetdissektion lassen sich die autonomen Nerven besser darstellen und damit erhalten. Die Ergebnisse der Dissektionstechnik wurden prospektiv erfasst.

Material und Methoden: Die Hydrojetdissektion wurde bisher bei 119 Patienten angewandt. Bei 72 Patienten (28 Frauen und 44 Männer) wurde eine tiefe anteriore Rektumresektion mit TME ohne multiviszerale Resektion und ohne neoadjuvante Radiochemotherapie durchgeführt.Prospektiv wurden die Darstellbarkeit der Nerven, der frühpostoperative Resturin und die Dauer der Harnblasenableitung bei 72 Patienten erfasst. Die Befragung zur prä- und spätoperativen Harnblasenfunktionsstörung nach dem International Prostate Symptom Score (IPSS) konnte bei 65 (90,3%) von 72 Patienten und die Evaluation zu Sexualfunktionsstörungen nach dem modifizierten International Index of Erectile Function (IIEF-5) bei 41 (93,2%) von 44 Männern vorgenommen werden.

Ergebnisse: Bei allen 72 Patienten konnten die autonomen Nerven einschl. des Plexus hypogastricus inferior, der in diesen einstrahlenden parasympathischen Fasern und der Anfangsteil der vom Plexus caudal abgehenden Fasern dargestellt werden. Bei 89,5% der Frauen und 75,0% der Männer konnte die Harnableitung innerhalb von 7 Tagen bei einem Resturin < 50 ml entfernt werden. Die spätpostoperative Befragung zu Miktionsstörungen nach IPSS ergab bei 50 Patienten ohne präoperative Harnblasendysfunktion der Durchschnitts-Score von 1,3 (beste Punktzahl 0, ungünstigste Punktzahl 35). Es wurde kein Patient mit Harnableitung entlassen.Bei der Befragung zur spätpostoperativen Sexualfunktion nach IIEF-5 bei Männern gaben 18 (43,9%) von 41 bereits präoperativ eine erektile Dysfunktion an.Von den 23 Männern mit intakter erektiler Funktion präoperativ wiesen 17 Patienten (73,9%) postoperativ eine unveränderte erektile Funktion auf. Der IIEF-5-Score betrug für diese Gruppe 22,8 (bester Wert 24). 3 von 21 Patienten ohne präoperative Sexualfunktionsstörung zeigten postoperativ eine erektile Dysfunktion (IIEF-5 = 17,0) und 3 eine komplette erektile Dysfunktion (IIEF-5 = 0) an. Drei Patienten hatten retrograde Ejakulationen bei erhaltener erektiler Funktion (IIEF-5 = 23,0)

Schlussfolgerung: Die Hydrojetdissektion eignet sich sehr gut zur Identifizierung der autonomen Nerven, die so sicher erhalten werden können. Das früh- und spätpostoperative Miktionsverhalten bleibt mit dieser Dissektionstechnik ungestört. Die Hydrojetdissektion gewährleistet bei Männern ohne präoperative erektile Funktionsstörung die weitgehende Erhaltung der Sexualfunktion.