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125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

22. - 25.04.2008, Berlin

Ergebnisse nach erweiterter Rechtsresektion der Leber – Einfluss präoperativer portalvenöser Embolisation mit und ohne CD133+ Stammzell-Therapie

Meeting Abstract

  • corresponding author J. Schulte am Esch - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • M. Schmelzle - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • S. Topp - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • R. Y. Tustas - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • A. Krieg - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • A. Alexander - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • M. Klein - Klinik für Thorax und Herzchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • G. Fürst - Institut für Diagnostische Radiologie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
  • W. T. Knoefel - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 22.-25.04.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08dgch9670

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2008/08dgch057.shtml

Veröffentlicht: 16. April 2008

© 2008 Schulte am Esch et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Leber hat eine ausgeprägte Regenerationskapazität nach partieller Hepatektomie. Dennoch ist die Leberresektion mit einem zukünftigen Restlebervolumen (ZRLV) unterhalb einer kritischen Grenze mit einer signifikant erhöhten Rate an postoperativen Leberversagen und Mortalität verbunden. Bei Patienten mit einem ZRLV unter 20% z.B. vor geplanter Trisegmentektomie re. wird in unserer Klinik routinemäßig die portalvenöse Embolisation (PVE) der zu resezierenden Lebersegmente I und IV-VIII mit dem Ziel einer prä-operativen Proliferation der zukünftig verbleibenden Segmente II und III durchgeführt. Bei vorgeschädigter Leber, bei anatomisch klein ausfallendem linken Leberlappen (<15%) und bei nahe an der geplanten Resektionsgrenze lokalisierten Tumoranteilen wurde zusätzlich die transportale Gabe von autologen, CD133-positiven Knochenmarkstammzellen (CD133KMSZen) in Segmente 2 und 3 direkt im Anschluss an die PVE durchgeführt. Letztere geht nach unserer bisherigen Erfahrung mit einer mehr als 2-fach schnelleren Leberproliferationsrate der links lateralen Lebersegmente in den ersten 21 Tagen nach PVE einher.

Material und Methoden: Faktoren wie PVE (n=14), zur PVE zusätzliche CD133KMSZ-Gabe (n=9/14) und Histologie (Multifokales hepatocelluläres Karzinom (HCC)/ intrahepatisches cholangio-zelluläres Karzinom (CCC)/ Metastasen extrahepatischer Organe (hohes biologisches Risiko) versus unilokuläres HCC/ Klatskin-Tumor/ kolorektale Metastasen/ neuroendokrine Metastasen (niedriges biologisches Risiko)) wurden mit den Überlebensdaten und frühen Leberfunktionsparametern (GOT, Bilirubin gesamt, INR) der insgesamt 31 in diese Studie eingeschlossenen Patienten nach onkologischer Trisegmentektomie korreliert.

Ergebnisse: Die univariate Analyse nach Kaplan-Meier zeigte ein signifikant besseres Überleben nach Trisegmentektomie für Patienten mit PVE vor Resektion (log rank p=0,012) und für solche mit Tumoren von niedrigem biologischem Risiko (log rank p=0,049). Patienten mit zusätzlich zur PVE notwendiger CD133KMSZ-Gabe überlebten vergleichbar mit Patienten nach alleiniger PVE-Vorbehandlung. Ein COX-Regressionsmodell zur multivariaten Faktoren-Überlebensanalyse zeigte keinen der univariat analysierten Faktoren als signifikant unabhängig, jedoch einen Trend für verbessertes Überleben bei PVE-behandelten Patienten gegenüber primärer Resektion (p=0,062). Ein solcher Trend wurde für den Vergleich zwischen hohen und niedrigen biologischen Risiko-Patienten nicht beobachtet (p=0,325). Frühe Leberfunktionsparameter korrelierten in der multivariaten Analyse nicht mit PVE, CD133KMSZ-Gabe oder Histologie.

Schlussfolgerung: Diese Daten legen nahe, dass nach zusätzlich zur PVE durchgeführter CD133KMSZ-Gabe (trotz der regenerativen und onkologischen Negativauswahl in diesem Kollektiv) das Gesamtrisiko für Patienten auf ein Niveau gesenkt werden konnte, das vergleichbar ist mit dem der Patienten ohne diese Risikofaktoren, die mit PVE alleine behandelt wurden. Für das Überleben im hier untersuchten Gesamtkollektiv von Patienten nach Trisegmentektomie tendierte die PVE dazu, sich als einen unabhängigen, positiv auswirkenden Faktor darzustellen.