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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Komplikationsraten nach kombinierter Pankreas-Nierentransplantation in Abhängigkeit vom Spenderalter

Meeting Abstract

  • corresponding author P. Fellmer - Klinik für Allgemein-, Visceral- u. Transplantationschirurgie, Charité, Campus Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • K. Lanzenberger - Klinik für Allgemein-, Visceral- u. Transplantationschirurgie, Charité, Campus Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • F. Ulrich - Klinik für Allgemein-, Visceral- u. Transplantationschirurgie, Charité, Campus Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • A. Pascher - Klinik für Allgemein-, Visceral- u. Transplantationschirurgie, Charité, Campus Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • J. Langrehr - Klinik für Allgemein-, Visceral- u. Transplantationschirurgie, Charité, Campus Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • S. Jonas - Klinik für Allgemein-, Visceral- u. Transplantationschirurgie, Charité, Campus Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • A. Kahl - Medizinische Klinik m.S. Nephrologie u. Intensivmedizin, Charité, Campus Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • P. Neuhaus - Klinik für Allgemein-, Visceral- u. Transplantationschirurgie, Charité, Campus Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland
  • J. Pratschke - Klinik für Allgemein-, Visceral- u. Transplantationschirurgie, Charité, Campus Virchow Klinikum, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7299

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch604.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Fellmer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die kombinierte Pankreas-Nierentransplantation stellt die „State of the Art“ Therapie bei Diabetes Mellitus Typ I und diabetischer Nephropathie dar. Das Spenderaufkommen deckt jedoch gegenwärtig nicht den Bedarf an Spenderorganen. In diesem Zusammenhang wird international die Ausweitung der Spenderkriterien hin zu einem höheren Spenderalter diskutiert. Im Rahmen einer retrospektiven Analyse wurden die Komplikationsraten nach kombinierter Pankreas-Nierentransplantation in Abhängigkeit vom Spenderalter untersucht. Es wurden die Daten hinsichtlich der Spenderintensivzeit und der Lipase-Werte vor Explantation bei Spendern jünger bzw. älter als 45 Jahre mit postoperativen Komplikationen korreliert.

Material und Methoden: Es wurden im Zeitraum von 1998 bis 2006 insgesamt 217 Patienten kombiniert Pankreas-Nierentransplantiert. In die Untersuchung wurden 108 Patienten eingeschlossen. In dieser Gruppe erhielten 79 Patienten Organe eines Spenders jünger als 45 Jahre bzw. 29 Patienten Organe eines Spenders älter als 45 Jahre. Der Mittelwert des Spenderalters in der jüngeren Gruppe betrug 28,8 +/- 10,1 Jahre (11-44 Jahre), in der älteren Gruppe 49,1 +/- 3,2 Jahre (45-58). Die Daten wurden analysiert hinsichtlich der Komplikationsraten mit Unterscheidung von pankreasspezifischen und sonstigen Komplikationen, hinsichtlich Spenderintensivzeiten, Ischämiezeiten und Lipase-Werten, der Perfusionsverläufe sowie bezüglich der Anastomosen-Zeiten des Pankreas.

Ergebnisse: In der Gruppe der Spender jünger als 45 Jahre kam es in 69% der Fälle zu Komplikationen, pankreasspezifische Probleme kamen in 43% der Fälle vor. In der Gruppe der älteren Spender kam es in 75% der Fälle zu Komplikationen, in lediglich 24% zu pankreasspezifischen Problemen. Es ergab sich kein Unterschied hinsichtlich der Ischämiezeiten (p<=0,54): Gruppe <45 Jahre: 558 +/-192 Minuten, Gruppe >45 Jahre 600 +/- 185 Minuten; kein Unterschied hinsichtlich der Anastomosenzeit (p<=0,69): Gruppe <45 Jahre: 33 +/- 6 Minuten, Gruppe >45 Jahre 32 +/- 6 Minuten. Die Rate der intraoperativen Komplikationen war mit 14% in beiden Gruppen identisch. Eine als „Reduziert“ beschriebene Perfusion zeigte sich in beiden Gruppen in 5% der Fälle. In beiden Gruppen nahezu identisch war die Spenderintensivzeit (p<=0,68): Gruppe <45 Jahre: 3,6 +/- 3,1 d, Gruppe >45 Jahre: 3,8 +/- 3,5 d. Ein signifikanter Unterschied (p<=0,02) ergab sich hinsichtlich der Lipase-Werte vor Organentnahme: Gruppe <45 Jahre: 66 +/-6 5 U/l, Gruppe >45 Jahre 114 +/- 112 U/l.

Schlussfolgerung: Die Untersuchung hinsichtlich der Komplikationsraten nach kombinierter Pankreas-Nierentransplantation in Abhängigkeit des Spenderalters bei einem Cut off bei 45 Jahren zeigte keinerlei Nachteile in der Gruppe der Spender, älter als 45. Vielmehr konnte gezeigt werden, dass bei nahezu identischen Verläufen hinsichtlich Spenderintensivzeit, Ischämiezeit, der intraoperativen Komplikation und Anastomosenzeiten eine deutlich geringerer Rate an pankreasspezifischen Komplikationen in der Gruppe der älteren Spender auftrat. Der Grund der unterschiedlich verteilten Komplikationsmuster ließ sich nicht mit den üblichen Parametern korrelieren und bleibt Gegenstand weiterer Untersuchungen.