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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Effekt von Prostaglandinen und Schleifendiuretika auf die primäre Funktionsrate von Nierentransplantaten

Meeting Abstract

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  • corresponding author R.B. Brauer - Chirurgische Klinik und Poliklinik der Technischen Universität, Klinikum rechts der Isar, München, Deutschland
  • T. Marx - Klinik für Anästhesiologie der Ludwig Maximilian Universität, Klinikum Großhadern, München, Deutschland
  • K. Ulm - Institut für medizinische Statistik und Epidemiologie, Klinikum rechts der Isar, der Technischen Universität München, München, Deutschland
  • M. Stangl - Chirurgische Klinik und Poliklinik der Technischen Universität, Klinikum rechts der Isar, München, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch6678

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch594.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Brauer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Delayed Graft Function (DGF) ist eine häufige Komplikation nach humaner, allogener Nierentransplantation, die sich nachweislich negativ auf die langfristige Prognose auswirkt. Die Pathogenese von DGF ist multifaktoriell und beinhaltet zelluläre Schädigungen der Spenderorgane während der kalten und warmen Ischämiezeit, Störungen der Durchblutung, sowie möglicherweise nephrotoxische Effekte der Calcineurininhibitoren Cyclosporin A und Tacrolimus. Prostaglandine der E Serie wirken vasodilatierend und zytoprotektiv in ischämischen Gewebe. Dieser Effekt könnte auch nach allogenen, humanen Nierentransplantationen die Funktionsrate der Transplantate verbessern. In einer klinisch retrospektiven Studie wurde der Effekt der unmittelbar postoperativen, hochdosierten i.v. Applikation des Prostaglandin E1 Analogons Alprostadil in Kombination mit Furosemid auf die primäre Transplantatfunktion untersucht.

Material und Methoden: Patienten der PGE1-Gruppe (n=100) erhielten unmittelbar postoperativ eine Kombination aus Alprostadil (2x40µg/Tag i.v.) und Furosemid (10mg/h) kontinuierlich über Perfusor. Patienten der Kontrollgruppe (n=100) erhielten postoperativ einzelne Dosen von maximal 20mg Furosemid i.v. bei Bedarf, jedoch keine Prostaglandine. Die Immunsuppression wurde in beiden Gruppen mit einer dreier Kombination bestehend aus Cyclosporin A (alternativ Tacrolimus), Prednisolon und Azathioprin (alternativ Mycophenolat Mofetil) durchgeführt. Analysiert wurden die Kinetik der Retentionsparameter, Kreatininclearance, die Anzahl der postoperativ notwendigen Dialysen, Inzidenz und Dauer von DGF, sowie der täglichen Urinausscheidung während der ersten zwei postoperativen Wochen.

Ergebnisse: Obwohl die Anzahl der postoperativen Dialysen und die Dauer von DGF in der PGE1-Gruppe geringer waren als in der Kontrollgruppe, ergab sich keine statistische Signifikanz (50 versus 85 Dialysen, p=0,171; und 4,25 Tage versus 6,20 Tage DGF, p=0,069). Die tägliche Urinausscheidung war in der PGE1-Gruppe über den gesamten Beobachtungszeitraum signifikant höher (p<0,020). Überaschenderweise ergaben sich in der PGE1-Gruppe ab dem 5. postoperativen Tag signifikant schlechtere Werte für die Retentionsparameter Kreatinin und Harnstoff (p<0,011 und p<0,011), sowie ab dem 4. postoperativen Tag für die Kreatininclearance (p<0,009).

Schlussfolgerung: Die Gabe von Prostaglandin E1 und Diuretika bewirkte keinen signifikant positiven Effekt auf die primäre Organfunktion humaner allogener Nierentransplantationen. Die hochdosierte Applikation von Furosemid scheint sich sogar negativ auf die Retentionsparameter auszuwirken. Jedoch lässt eine positive Tendenz bezüglich der Reduktion der postoperativ durchgeführten Dialysen und der Ausprägung von DGF Raum für weitere Ansätze mit verändertem Regime und prospektiven Aufbau, sowie höheren Fallzahlen.